Küstenmorphologie

Küstenbucht am pazifischen Ozean in Ecuador
Küstenbucht am pazifischen Ozean in Ecuador
Bildquelle: Stumptner

Die Küstenmorphologie beschäftigt sich mit dem litoalen System. Als Litoral bezeichnet man die Uferzone stehender Gewässer, insbesonderer der Meere (Ahnert 1996, S. 74). Die Bezeichnung stammt vom lateinischen Wort litus = Strand, Küste.

Das litorale System umfasst die geomorphologischen Prozesse, die auf die Gestaltung der Küste einwirken und das Gesteinsmaterial, das diese Prozesse abtragen, transportieren und akkumulieren. Zudem gehören die möglicherweise beteiligten Organismen und organogenen Substanzen sowie die mit dem Material und den Prozessen in Wechselwirkung stehenden Küstenformen dazu (nach Ahnert 1996, S. 355).

Unter Küste versteht man den Übergangsbereich zwischen Land und Meer (Zepp2002, S. 258). Hier treffen die morphodynamischen Wirkungen des Meeres auf die morphologischen Strukturen der Landoberfläche. Dabei beeinflussen sich die jeweiligen Prozesse wechselseitig.

Uner der Bezeichnung Ozean oder Meer werden zum einen die ausgedehnten Einzelräume mit ihrem selbständigen Strömungshaushalt (Atlantischer, Pazifischer und Indischer Ozean) verstanden. Zum anderen ist damit der große zusammenhängende Wasserkörper gemeint. Dieser wird oftmals auch als Weltmeer bezeichnet. Die Bezeichnung Meer umfasst außer den Ozeanen auch die kleineren Wasserkörper. Im Fall von Rand- oder Binnenmeeren können diese bis zu einem gewissen Grad von den größeren Ozeanen abgetrennt sein (nach Press & Siever 2003, S: 43). Die 71% der Erdoberfläche, die von den Meeren bedeckt werden und den überwiegenden Anteil des globalen Wassers beherbergen (globale Wasserbilanz), waren bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts ein relativ unerforschter Gegenstand. Hier sollen einige grundlegende Erkenntnisse, die seitdem gemacht worden sind, dargestellt werden. Am Anfang werden die litoralen Prozesse erläutert, anschließend die Küstenformen und abschließend eine Küstenklassifikation vorgestellt.