Trockentäler

Neben den bereits behandelten "eigentlichen" Karstformen, gibt es in Karstgebieten auch nicht durch Karstprozesse entstandene Formen. Vielmehr sind diese aufgrund "normaler" Abtragung und Akkumulation durch oberflächlich fließendes Wasser beziehungsweise Eis entstanden. Hierzu zählen die Trockentäler.

Trockentäler sind Talformen ohne fließendes Wasser in der Tiefenlinie.

Im mediterranen Karst sind diese weit verbreitet. In manchen Regionen wurden sie durch jüngere Karstformen überprägt, aber ihre Formen sind dennoch gut erkennbar geblieben. Ein Beispiel hierfür sind die verkarsteten eiszeitlichen Täler mit einzelnen Dolinen im Talboden in der fränkischen Alb. Prägen die Trockentäler das Landschaftsbild, wird die Region als Fluviokarstgebiet bezeichnet.

Für die Genese der Trockentäler ist primär oberflächlich fließendes Wasser verantwortlich, welches das Gestein erodiert. Oberflächlicher Abfluss existierte in den mediterranen Karstregionen durch die quartären Klimaschwankungen. Bei periglazialen Klimaverhältnissen verschließt Permafrost die karsthydrographisch wegsamen Klüfte. Das Wasser der Schneeschmelze muss oberflächlich abfließen. Taut der Permafrostboden am Ende der Kaltzeit auf, lässt die Karsthydrographie die Täler trocken fallen. Aus den ehemals durchflossenen Tälern sind Trockentäler geworden.