Flächenbildung und Inselbergentwicklung durch "doppelte Einebnung"

Rumpffläche in Weiterbildung
Rumpffläche in Weiterbildung
Bildquelle: Schütt

Die Flächenbildung und Inselbergentwicklung durch "doppelte Einebnung" stellt eine Erklärung der Rumpfflächenentwicklung in den Tropen nach Büdel (1957) dar. Die Theorie nimmt an, dass tiefgreifende Verwitterung eine mächtige Regolithdecke schafft, an deren Untergrenze die Zersetzung des Anstehenden weiter fortschreitet. Der dominierende Abtragungsprozess ist die Spüldenudation.

Bleibt die Spüldenudationsrate unter der maximalen Verwitterungsrate, so herrscht ein dynamisches Gleichgewicht vor. Dies bedeutet, dass die Denudation die Landoberfläche mit der Rate tieferlegt wie die Verwitterung die darunterliegende Oberfläche des anstehenden Gesteins. Der Begriff "doppelte Einebnung" bezieht sich auf diese gleichzeitige und parallele Tieferlegung der beiden Niveaus.

Die Entstehung von ausgedehnten Rumpfflächen über verschiedene Gesteine hinweg, kann dadurch erfolgen, dass unterschiedlich widerständige Gesteine mit unterschiedlicher Regolithmächtigkeit gleich stark tiefergelegt werden können. Dies ist eine Folge der Bestimmung der chemischen Verwitterung durch die Regolithmächtigkeit und seiner Durchfeuchtung.

Die Erklärung für die Schildinselbergentwicklung lautet nun folgendermaßen: Ist die Spüldenudation größer als die maximal mögliche Verwitterungrate des widerständigen Gestein, so entsteht ein flacher Felsschild. Während das benachbarte Gestein weiterhin tiefergelegt wird, bleibt die Felsfläche zurück und ragt als felsige Erhebung aus der Umgebung heraus. Diese wird als Schildinselberg oder Domberg bezeichnet. Flächenbildung in den wechselfeuchten Tropen führt rezent zur Bildung von Rumpfflächen und Inselbergen.