Gletscherbewegung

Die zwei Arten der Gletscherbewegung
Die zwei Arten der Gletscherbewegung
Bildquelle: PG-Net

Wenn sich Eismassen von genügender Mächtigkeit gebildet haben beginnen sich diese zu bewegen. Der Impuls zur Bewegung ist hier durch die Graviation und die Eigendynamik, aufgrund der Masse des Eises, gegeben. Wenn die Oberflächenrauhigkeit des Untergrundes überschritten wird, kann es zur Bewegung kommen. Prinzipiell ist die Bewegungsgeschwindigkeit von der Steilheit des Hanges, den Temperaturverhältnissen und der Mächtigkeit des Eises abhängig. Bei Gletscherbewegungen werden zwei Arten unterschieden, wobei oft eine Kombination beider Prozesse zur Mobilität eines Gletschers beitragen:

Basales Gleiten: Aufgrund des Eigengewichtes (hoher Druck erzeugt Wärme) und ggf. durch geothermische Prozesse, kann eine dünne Eisschicht an der Sohle eines Gletschers schmelzen und es bildet sich ein Schmelzwasserfilm. Da in Verbindung mit Wasser die Reibung am Gesteinsuntergrund sinkt (Schmierwirkung von Wasser) können sich Eismassen im Vergleich zum plastischen Fließen durch basales Gleiten schnell fortbewegen und entwickeln dadurch eine weitaus größere Erosionskraft. Basales Gleiten ist die typische Bewegungsart warmer Gletscher.

Plastisches Fließen: Durch den Druck der Eismasse eines Gletschers verformt sich diese und breitet sich im Untergrund aus. Die Aufsummierung der Einzelbewegungen der von Kontraktion beeinflussten Eiskristalle (hauptsächlich aufgrund der Schwerkraft hangabwärts gerichtet) ergibt die Gesamtbewegung des Gletschers in der plastischen Zone. Dieser Vorgang wird plastisches Fließen genannt. Aufgrund er Starrheit der oberen Eisschichten bilden sich beim Überqueren von Erhöhungen im Untergrund Bruchspalten im Gletscher aus. Plastisch fließende Gletscher erodieren v.a. durch das Herausbrechen von angefrorenem Gesteinsmaterial (vgl. Detraktion). Die Bewegungsart des plastischen Fließen ist für kalte Gletscher typisch.