Eisbildung

Schematische Darstellung der Dichte-, Volumen- und Altersbeziehung eines Gletscherkörpers im Schnitt. Die Korngröße ist proportional zu Alter und Tiefe.
Schematische Darstellung der Dichte-, Volumen- und Altersbeziehung eines Gletscherkörpers im Schnitt. Die Korngröße ist proportional zu Alter und Tiefe.
Bildquelle: PG-Net

Die Grundlage zum Aufbau eines Gletschers ist der Prozess der Sinterung - die Metamorphose von festem Niederschlag (Schnee) zu Gletschereis. Fällt Schnee auf eine bereits bestehende Schneedecke führt der Auflastdruck der neuen Schneedecke zu einem Luftverlust in den Poren und einer Verdichtung der Schneekristalle in den unteren, älteren Schichten. Außerdem wird durch ein sommerliches Aufschmelzen des Schnees und darauffolgendes Wiedergefrieren die Schneedecke zusätzlich verfestigt. Wenn sich dieser Prozess über mehrere Jahre hinweg wiederholt, sintert Schnee langsam zu Gletschereis. Dabei durchläuft der Schnee die Phasen "Altschnee" und "Firn", die jeweils durch Dichtezunahme und Volumenabnahme gekennzeichnet sind. Nach dem Firnabschluss (abhängig von klimatischen Verhältnissen, Niederschlags- und Schneeakkumulationsraten) findet kein Austauschprozess mit der Atmosphäre mehr statt und das Firneis geht in Gletschereis über.

Die Geschwindigkeit der Gletschereisbildung ist stark von den atmospärischen Gegebenheiten - der Klimazone - und den lokalen  Akkumulationsraten abhängig. Während in Polarregionen die Eisbildung verhältnismäßig langsam abläuft, kann der Übergang von Schnee zu Eis in den gemäßigten Breiten wegen der hohen Niederschläge und den schwankenden Temperaturen und damit verbundenen Tau- und Wiedergefrierprozessen bereits innerhalb weniger Jahre stattfinden.