Mäandrierende Flüsse

Mäandrierende Flüsse sind nach dem stark gewundenen kleinasiatischen Fluss Maiandros benannt. Daher stammt die Bezeichnung Mäander. Mäandersind mehr oder weniger bogenförmig geschwungene Schlingen des Flussbettes oder des gesamten Talgefäßes.

Allgemeine Kennzeichen mäandrierender Flüsse sind:

  • bogenförmig geschwungene Krümmungen des Flusslaufes, die meist in Serie hintereinander liegen
  • Ausbildung von Prall- und Gleithang
  • in der Regel keine Verzweigungen
  • nur ein Stromstrich

Grundriss und Querschnitt von Mäandern

Als Wellenlänge einer mäandrierenden Flusstrecke bezeichnet man den mittleren Abstand zwischen zwei gleichsinnigen Flussbiegungen. Sie entspricht in der Regel der zehn- bis 14-fachen Breite des Flussbettes (Ahnert 1996, S. 215). Kleine Flüsse haben daher kürzere Wellenlängen als große. Die Wellenwelle wird von zwei Faktoren bestimmt:

  • Größe des mittleren Abflusses
  • Anteil an Ton und Schluff in den Ufern des Flussbettes

Die Amplitude von Mäandern ist die Schwingungsweite zwischen den Extrempositiionen ihrer Krümmungen (Ahnert 1996, S. 215).

Im  Bereich der Flusskrümmung hat das Flussbett einen asymmetrischen Querschnitt:

  • tiefes Wasser und steile Unterwasserböschung an der Außenseite, am sogenannten Prallhang (engl.: undercut slope). Dort verläuft der Stromstrich und bewirkt Seitenerosion. Diese tiefste Stelle wird auch als Pool bezeichnet.
  • seichtes Wasser und flache Böschung an der Innenseite, am Gleithang (engl.: point bar)

Beim Weiterfließen in den nächsten Mäanderbogen schwingt der Stromstrich auf die andere Seite des Ufers. Dieser Bereich, in dem der Stromstrich das Flussbett quert,  heißt Riffle. Riffle-Pool-Sequenzen sind somit entsprechend der Wellenlänge ausgebildet.

Die Erosion an der Außenseite und die Sedimentation innen verursachen eine seitliche Verschiebung der Flussbiegung und Abwärtsverlagerung der Mäander.

Zwei Haupttypen von Flussmäandern lassen sich unterscheiden:

Abbildung fehlt!

Abbildung   Grundriss und Querschnitte von Mäandern; nach Ahnert 1996, S. 215; Brunotte et al. 2002.