Freie Mäander

Wiesenmäander
Wiesenmäander
Voraussetzung Freie Mäanderbildung
Voraussetzung Freie Mäanderbildung

Freie Mäander liegen vollständig in einer Talsohle oder Ebene, deren Material aus den Ablagerungen des Flusses selbst besteht. Die geschwungenen Krümmungen haben sich daraufhin in diesen Überschwemmungssedimenten bilden können.

Als ein Maß des Mäandrierens kann die sogennante Sinuosität (P) herangezogen werden. Diese wird ausgedrückt als das Verhältnis der Länge einer Flusstrecke mit allen ihren Krümmungen zur geradlinigen Distanz zwischen den beiden Eckpunkten dieser Flusstrecke:

      P = L / D   für: L: Länge und D = Distanz

Für völlig geradlinige Flusstrecken ist P = 1; für mäandrierende kann P größer als 2 sein (nach Ahnert 1996, S. 213/214).

Voraussetzungen der Entwicklung freier Mäander

  • Damit sich freie Mäander entwickeln können, müssen zwei wesentliche Voraussetzungen erfüllt sein:eine spezifische Korngrößenzusammensetzung des Bettmaterials: relativ kohäsives Material. Dies begründet sich damit, dass die Sinuosität P in enger Beziehung zur Zusammensetzung des Bettmaterials und demntsprechender Formengestaltung des Flussbettes steht (vergleiche untere Abbildung). Ist P > 1,5, so existiert nur ein Stromstrich aufgrund der relativ geringen Breite des Flussbettes. Bei Werten von P < 1,5 hingegen, bilden sich mehrere Stromstriche bei Breitenverzweigung aus.
  • eine turbulente Fließbewegung; vor allem eine helikale Sekundärzirkulation ist entscheidend. Dies führt zum Hin- und Herschwingen des Stromstrichs und zur Bildung einer Abfolge von Flusschlingen.