Wollsackverwitterung

Wollsackverwitterung

Die Wollsackverwitterung ist eine spezielle Variante der Verwitterung, welche gelegentlich bei massivem Gestein anzutreffen ist. Meist findet man diese Verwitteru1ngsform im Granit, vereinzelt tritt sie aber auch bei Gneis und Sandstein auf. Die Chemische Verwitterung setzt am Kluftsystem des Granits an und bewirkt ein schalenförmiges Abplatzen des Gesteins. So entstehen die kantengerundeten Granittürme, die Wollsäcken gleichen.  Eine tiefgründige Verwitterung bringt den Granitgrus hervor. Durch ein Fortspülen der Bodenkrume und der Verwitterungsrückstände werden die abgerundeten Steinblöcke im weiteren Verlauf der Geschichte freigelegt und damit der Vorgang der Wollsackverwitterung beendet. Übrig bleiben oft abenteuerlich aussehende Felsformationen, welche auch als Felsenburgen bezeichnet werden. Beispiele für die Wollsackverwitterung sind im Harz unter anderem die Kästeklippe und die Mausefalle oberhalb des Okertals, die Schnarcherklippen bei Schierke und die Teufelsmühle am Ramberg. Bei den Gesteinen im Harzgebiet erfolgte die Wollsackverwitterung vorwiegend in der Zeit des Tertiär mit seinem feucht-warmen Klima.

 
 
Abbildung   Wollsackverwitterung des Granits am Oderteich
Quelle: Stumptner 1999.