Lösungsverwitterung

Lösung des Halit
Lösung des Halit
Bildquelle: http://www.webgeo.de
Lösung von Calcit
Lösung von Calcit
Bildquelle: Ahnert 1996, S. 107

Die Lösungsverwitterung bewirkt die Lösung (Korrosion) von leicht löslichen Mineralsalzen. Unter Lösung wird dabei der Übergang eines Minerals in die wässrige Verwitterungslösung verstanden. Eine chemische Reaktion im eigentlichen Sinne findet demnach nicht statt. Vielmehr ist der Vorgang der Lösungsverwitterung ein physikalischer Prozess: die Dissoziation (Zerlegung) der Moleküle in ihre Anionen und Kationen. Jedes Ion wird dabei von Wassermolekülen umgeben. Den Prozess kann man sich anhand folgender Schritte vergegenwärtigen (vergleiche Abbildung für das Beispiel von Halit):

  • Salze geraten bei Kontakt mit Wasser in Lösung.
  • An die randständigen Ionen des Kristallgitters lagern sich Wassermoleküle an (Hydratation).
  • Das Kristallgitter wird aufgelockert.
  • Die hydratisierten Ionen werden aus dem Mineralverband herausgelöst (Dissoziation).

Dieser Vorgang findet solange statt bis das Salz vollständig aufgelöst ist. Die Ionen der Lösung werden dann mit dem Wasser abgeführt. Dies trägt zur Abtragung der Landoberfläche bei. Der Prozess selbst ist nicht umkehrbar. In zwei Fällen ist dieser jedoch umkehrbar:

  • partiell, wenn die Sättigung überschritten wird und ein teil des gelösten Stoffes wieder ausfällt
  • vollständig, wenn das Wasser verdunstet und der gelöste Stoff als Rückstand übrig bleibt.

Die Lösungsverwitterung betrifft vor allem leicht lösliche Minerale wie die Chloride der Alkalimetalle NaCl (Halit) und KCl (Sylvin). Aber auch Kalkstein ist von ihr betroffen, falls gelöstes Kohlendioxid vorhanden ist (vergleiche Abbilding für das Beispiel von Calcit). Dies wird näher beim Karstsystem in der Geomorphologie erläutert.

Einflussungsfaktoren

  • Temperatur
  • PH-Wert
  • Klimabedingungen

Dass die Lösungsverwitterung trotz des eigentlich physikalischen Vorgangs in die chemische Verwitterung eingeordnet wird, ist darauf zurückzuführen, dass diese meist in Verbindung mit anderen chemischen Verwitterungsprozessen erfolgt. Die keinesfalls eindeutige Zuordnung wird in der Übersicht der Verwitterungsprozesse damit angedeutet, dass die Lösungsverwitterung näher an der physikalischen Verwitterung dargestellt ist.

Ein Lernmodul zur Lösungsverwitterung können Sie unter http://www.webgeo.de/beispiele/rahmen.php?string=1;p_004;1 durcharbeiten.