Abgestorbene organische Bodensubstanz

Hochmoortorf, Niedersachsen
Hochmoortorf, Niedersachsen
Bildquelle: Stumptner 1999.

Die abgestorbene organische Bodensubstanz (Streu und Humus) unterliegt der Zersetzung durch Autolyse und das Edaphon. Dies führt zur

  • Remineralisierung: Abbau der organischen Substanzen, beispielsweise in Kohlendioxid, Wasser und Pflanzennährstoffe oder zur
  • Humifizierung: Umbau der organischen Substanzen unter Bildung komplexer organischer Verbindungen. Diese werden als sogenannte Huminstoffe bezeichnet. Dazu gehören unter anderem die Fulvosäuren, die Huminsäuren und die Humine. Die polymeren Huminstoffe sind wie die mineralischen Tonmineralkomplexe wichtige Nährstoffadsorbenten (Kationenaustauschkapazität). Art und Menge der gebildeten Huminstoffe hängen von der Vegetation und der Leistung der Bodenorganismen in Abhängigkeit von ihren Lebensbedingungen ab.

Die Zersatzprodukte organischer Bestandsabfälle werden unter dem Sammelbegriff ‚Humus‘ zusammengefasst.

Humusformen

Nach dem Bildungsmilieu lassen sich drei Humusformen differenzieren (vergleiche Abbildung):

  • Terrestrische Humusformen
  • Semi-terrestrische Humusformen
  • Subhydrische Humusformen

Terrestrische Humusformen

Terrestrische Humusformen sind ohne Einfluss von Grund- oder Oberflächenwasser entstanden. Entsprechend den Humushorizont-Kombinationen werden folgende Humusformen unterschieden:

  • Mull: günstige Humus-Form nährstoffreicher, biotisch aktiver Böden; gekennzeichnet durch fast völlig fehlende Humusauflage
  • Moder: Zwischenstellung zwischen Mull und Rohhumus; mit vorhandener Humusauflage
  • Rohumus: ungünstige Humus-Form nährstoffarmer, biotisch inaktiver Böden; mächtige Humusauflage.

Semi-terrestrische Humusformen

Semi-terrestrische Humusformen: sind mit Einfluss von Wasser entstanden (--> Sauerstoffmangel und geringere Zersetzung organischer Substanz). Hierunter fallen:

  • Anmoor : Humusgehalt circa 15-30%; aufgrund des Wasserüberschusses ist die Verwesung gehemmt
  • Hochmoortorf: Humusauflagen mit über 30% organischer Substanz (siehe Abbildung).

Subhydrische Humusformen

Subhydrische Humusformen sind die Unterwasser- beziehungsweise Seehumusformen. Dazu gehören:

  • Dy: Bildung in sauerstoff- und nährstoffreichen Seen.
  • Gyttia: Bildung in gut durchlüfteten nährstoffreichen Gewässern.
  • Sapropel: Bildung in sauerstoffarmen, aber nährstoffreichen Seen
  • Niedermoortorf: sybhydrisch entstanden; mit Humusauflage von über 30% organischer Substanz.