Tonverlagerung (Lessivierung)

Als Tonverlagerung wird die Abwärtsverlagerung von Bestandteilen der Tonfraktion mit dem Sickerwasser vom Ober- in den Unterboden bezeichnet. Vorkommen: in mäßig warmen, humiden Klimaten mit kalkhaltigen, durchlässigen Lockersedimenten

Von der Tonverlagerung sind vor allem Tonminerale betroffen, aber auch Oxide und Hydroxide des Fe, Al und Mn sowie primäre Silikate.

Der Verlagerungsprozess beginnt nach Auswaschung der Ca-Ionen. Damit geht eine Abnahme des pH-Wertes (ca. 5-7) einher. Dies fördert die Peptisation, dass heißt, die Zerlegung in kleinere Teilchen. Dies ist in der Regel zur Abwärtsverlagerung notwendig. Bei starker Perkolation ist aber auch eine Verlagerung im koagulierten Zustand in gröberen Poren, Spalten und Schwundrissen möglich. Unter Koagulation wird die Entstehung von größeren Einheiten aus aneinanderhaftenden Primärteilchen verstanden.Im Unterboden werden die Tonteilchen entweder

  • wieder ausgeflockt (z.B. aufgrund höherer Ca-Konzentration),
  • in blind endenden Hohlräumen festgehalten oder
  • bei Austrocknungsvorgängen an den Hohlraumwänden abgelagert.

Durch die Verlagerung entstehen im oberen Teil der Profile Ton-Verarmungs-, im unteren Teil Ton- Anreicherungshorizonte. Dieser Prozess führt zur Bildung der Parabraunerde.