Bodendurchmischung

Als mechanische Bodendurchmischung (Turbation) werden Prozesse bezeichnet, bei denen Bodenmaterial eines oder mehrerer Bodenhorizonte vermischt wird.

Vorkommen: weltweit, je nach Turbationsart

Turbationsarten

Je nach "Mischungsagens" werden verschiedene Turbationsarten unterschieden:

  • Bioturbation: die von Bodenorganismen und vom Menschen verursachte Bodendurchmischung
  • Kryoturbation: durch Bodenfrost - Auftauzyklen bewirkte Bodendurchmischung
  • Hydroturbation: durch saisonale Trocken-/Regenzeiten verursachte Turbation

Bioturbation

Wühlende Tiere wie Ameisen, Maulwürfer oder Regenwürmer zerkleinern die Streuauflage und mischen diese mit dem oberen Mineralboden. Dadurch wird die Grenze zwischen Humus- und Mineralkörper verwischt und ein humoser A-Horizont erzeugt. Daneben verlagert das Edaphon auch Unterboden in höhere Lagen. Der Mensch durchmischt den Boden unter anderem im Rahmen bodenbearbeitender Maßnahmen, insbesondere durch Pflügen. Die Bioturbation ist beispielsweise ein bedeutender pedogenetischer Prozess bei der Bildung von Schwarzerden.

Kryoturbation

Saisonaler Wechsel zwischen Gefrieren und Auftauen innnerhalb der Auftauschicht erzeugt vor allem in fein- bis gemischtkörniogen Substraten intensive Materialbewegungen und Substratdurchmischungen.

Hydroturbation

Der Wechsel zwischen ausgeprägten Trocken- und Regenzeiten induziert in Böden mit quellfähigen Tonmineralen (z.B. Smectiten) Durchmischungsvorgänge, die auf der Quellungs- und Schrumpfungsdynamik beruhen. Daher wird diese Turbationsart auch als Peloturbation bezeichnet, von pelos (griech.) = Ton.

Als Folge der Turbationen wird die profildifferenzierende Wirkung der Translokationsprozesse aufgehoben.