Projektbeschreibung

Wetterwarnungen: von der EXtremereigniss-Information zu KOMmunikation und Handlung - WEXICOM

Obwohl bereits große Fortschritte bei der Entwicklung von probabilistischen Prognosen von Unwetterereignissen gemacht worden sind, sind die herausgegebenen Wetterwarnungen meist deterministisch. Diese Tatsache kann durch institutionelle Regelungen, sowie durch Gewohnheiten und Erwartungen seitens der Nutzer von Prognosen (einschließlich der Rettungsdienste und der Öffentlichkeit), erklärt werden. Allerdings können meteorologische Unsicherheiten in Bezug auf die Lage und Größe der Unwetter nicht vermieden werden. Die daraus resultierende Unsicherheit über die Auswirkungen von Unwettern beeinflusst wiederum die Maßnahmen, welche Nutzer aufgrund der Warnungen vornehmen. Daraus lassen sich weitere wertvolle Informationen gewinnen.


Mit einem inter- und transdisziplinären Ansatz der Meteorologie, Sozialwissenschaften und Psychologie trägt dieses Projekt zur optimalen Nutzung der Wettervorhersagen (mit Schwerpunkt auf Unwettern und deren Warnungen) zu Gunsten der Gesellschaft bei. Das ultimative Ziel ist es, eine transparente und effektive Kommunikation von Risiken und Unsicherheiten für bestimmte Benutzergruppen zu erleichtern. Eine auf den Benutzer abgestimmte Kommunikation kann die Fähigkeit fördern, Entscheidungen zu treffen, welche das Risiko von Verlusten und Beschädigungen minimieren. Ein wichtiges Element des Ansatzes ist die statistische Modellierung der Auswirkungen der Unwetter, vor allem unter Berücksichtigung der Sturm- und Starkniederschlagsschäden. Abschätzungen dieser Auswirkungen liefern eine Verbindung zwischen probabilistischen Wetterinformationen und risikobasierten Warnungen. Mit dem Feuerwehr-Informationssystem des DWD (FeWIS) als Testumgebung setzt das Projekt verschiedene Wege der Kommunikation probabilistischer Wetterinformationen um. Die Nutzung dieser Informationen werden in Bezug auf die Nutzung und Vorlieben analysiert, um festzustellen, ob und wie risikobasierte Warnungen Katastrophenmanagern helfen können, das Risiko von Verlusten und Beschädigungen zu verringern.

Mit Hilfe von qualitativen und quantitativen Methoden werden die Auswirkungen, welche eine Unwetterwarnung in der Bevölkerung hervorruft, beurteilt. Die Informationsübermittlung geschieht dabei über traditionelle und neue Medienkanäle. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Maßnahmen, welche von spezifischen sozialen Milieus und privaten Unternehmen getroffen werden, um Schäden zu verhindern. Der Großraum Berlin bleibt der Ausgangspunkt der Untersuchungen.

Ziele

WEXICOM wird die Kommunikation und den Umgang mit Unsicherheiten bei Wetterwarnungen bewerten. Das Hauptziel ist, das Potenzial der Lieferung von probabilistischen Warninformationen und risikobasierte Warnungen an Nutzer in Notfall-Einrichtungen, privaten Unternehmen und der breiten Öffentlichkeit zu untersuchen.

Die Projektbereiche (WP) 1 und 2 nähern sich diesem Ziel von einem meteorologischen und psychologischen Standpunkt, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse der verschiedenen Warnmethoden und Modelle (statistische und auf Erfahrung beruhende) liegt. Der Projektbereich 3 analysiert die Bedürfnisse der potenziellen Nutzergruppen (Rettungsdienste, Öffentlichkeit, Verkehrssektor). Aufbauend auf Erfahrungen aus der ersten Phase von WEXICOM (mit Schwerpunkt auf Stürmen und der Berliner Feuerwehr) führt die zweite Phase hin zu einer Verallgemeinerung der Konzepte und setzt sowohl bei den Gefahren, wie auch den Empfängern an.

WP 1 entwickelt Konzepte für das Design von Impakt Modellen und ihre Implementierung zur Nutzung in risikobasierten Warnsystemen.

WP 2 entwickelt verschiedene Möglichkeiten, um probabilistische Warnungen an Notfallmanager (unter Verwendung des DWD Feuerwehr Informationssystems) zu kommunizieren. Ausserdem wird geprüft, welche Darstellung das Verständnis und die Nutzung der Informationen fördert. Auf Basis der Ergebnisse werden dann Handlungsempfehlungen abgeleitet.

WP 3 ermittelt Kriterien, die die Bewertung der Vermittelbarkeit und die Akzeptanz von risiko- und impaktbasierten Warnungen innerhalb der Rettungsdienste ermöglichen. Dazu werden Bewertungsindikatoren identifiziert und entwickelt. Darüber hinaus identifiziert und bewertet der Bereich weitere Kriterien bezüglich der Notwendigkeit, des Nutzens und der Qualität von Wetterwarnungen für die breite Öffentlichkeit und den Verkehrssektor und zielt auf die Kategorisierung der Öffentlichkeit in sozialen Milieus mit unterschiedlichen Interessen, Bedürfnisse und Mediengewohnheiten ab.

Durch Zusammenführung der Ergebnisse aller drei WPs wird WEXICOM faktengestützte Vorschläge und Empfehlungen generieren, welche die Kommunikation und den Umgang bezüglich probabilistischer und risikobasierter Warnungen, in Hinsicht auf nachhaltigeres wirtschaften und die Vermeidung von Verlusten oder Beschädigungen, verbessern.

Beteiligte Institutionen:

Institut für Meteorologie -AG Klimadiagnose und Meteorologische Extremereignisse

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>> Projektleiter: Univ.-Prof. Dr. Uwe Ulbrich

AG Interdisziplinäre Sicherheitsforschung

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 >> Projektleiter: Prof. Dr. Lars Gerhold

Katastrophenforschungsstelle KFS 

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>> Projektleiter: Prof. Dr. Martin Voss

   

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

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>> Projektleiter: Prof. Dr. Ralph Hertwig

   

Deutsches Kommitee Katastrophenvorsorge e.V.

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Hans-Ertel-Zentrum für Wetterforschung

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