Analyse des Zusammenhangs zwischen der Nordatlantischen Oszillation (NAO) und dem Pazifik-Nordarmerika-Telekonnektionsmuster (PNA) / Gutachter: Dr. Henning Rust, Prof. Dr. Uwe Ulbrich

Franz Landrock— 2015

Die Nordatlantische Oszillation (NAO) und das Pazifik-Nordamerika Telekonnektionsmuster (PNA) sind zwei wichtige Muster im Luftdrucksystem der nördlichen Hemisphäre. Beide haben in ihrem Wirkungsgebiet entscheidenden Einfluss auf die Klimavariabilität. Während das Muster der NAO mit dem Azorenhoch und dem Islandtief ein bipolares System ist, wird die PNA durch ein Tiefdruckgebiet über den Aleuten, einem Hochdruckgebiet über dem nördlichen Teil der Rocky Mountains und einem Tief über dem südöstlichen Teil der USA durch drei Aktionszentren beschrieben. Die NAO spielt besonders für die Verlagerung des Westwinddriftes über dem Nordatlantik und Europa eine entscheidende Rolle. Die NAO ist über das ganze Jahr präsent, jedoch ist sie in den Wintermonaten besonders stark ausgeprägt und trägt in dieser Zeit auch den größten Anteil an der europäischen Klimavariabilität. Ein Verständnis der Antriebsprozesse der NAO sollte also ein wichtiger Teil der europäischen Klimaforschung sein. Die Lage und Verwirbelung des Polarjets, ein zonaler westlicher Grundstrom, bestimmt das Klima der mittleren Breiten auf der Nordhemisphäre. Dieser Grundstrom ist Teil der globalen atmosphärischen Zirkulation, die durch den Temperaturgradienten zwischen Äquator und Pol angetrieben wird. Der Temperaturausgleich zwischen diesen Gebieten vollzieht sich nach Etling (2008) einerseits durch eine meridional ausgerichtete thermische Zirkulation (Hadley-Zirkulation) und andererseits durch großräumige Wirbel (Zyklonen und Antizyklonen). Aufgrund eines zu großen Temperaturgradienten und einer daraus resultierenden überkritischer Baroklinität kollabiert die Hadley-Zirkulation in den mittleren Breiten. Der Temperaturausgleich in diesen Breiten erfolgt durch, aufgrund barokliner Instabilität entstandener, Wirbel im zonalen Grundstrom. Dieser Prozess folgt dem Lorentz'scher Energiezyklus und basiert auf der Umwandlung der verfügbarer potentiellen Energie des Grundstroms in die kinetische Energie der Wellen beziehungsweise die kinetische Energie der Stürme (Lorenz, 1955). Diese Wellen und die an ihnen angelagerten Druckgebiete charakterisieren sowohl NAO als auch PNA. Da der Polarjet die gesamte Erde umspannt und von West nach Ost verläuft, ist eine Verbindung zwischen der über dem Nordpazifik und Nordamerika gelegenen PNA und der östlich davon über dem Nordatlantik gelegenen NAO zu vermuten. Umso besser diese Verbindung verstanden werden kann, umso mehr kann sich auch die Vorhersagbarkeit der NAO verbessern. Die Art und die Ausprägung der Korrelation zwischen NAO und PNA zu verstehen, sollte ein Ziel der weltweiten Klimaforschung sein. In dieser Bachelorarbeit soll die Korrelation möglichst genau untersucht und beschrieben werden, was ein erster Schritt zum allgemeinen Verständnis der Mechanismen ist, die hinter diesem Zusammenhang stehen.

TitelAnalyse des Zusammenhangs zwischen der Nordatlantischen Oszillation (NAO) und dem Pazifik-Nordarmerika-Telekonnektionsmuster (PNA) / Gutachter: Dr. Henning Rust, Prof. Dr. Uwe Ulbrich
VerfasserFranz Landrock
VerlagInstitut für Meteorologie / Standort: Bibliothek
Datum20150127
Spracheger
Arttranslation missing: de.fu_dc_publikation_ordner.Text.Thesis.Bachelor
Formatapplication/pdf
Größe oder Länge38 S.