Workshop am Girls' Day 2014

Eine Gruppe von dreizehn Mädchen reist einmal quer durch´s Sonnensystem, vorbei an Planeten und Monden, staunt über Entfernungen und eisige Temperaturen. Den Nachbarplaneten Mars nehmen die Schülerinnen ganz genau unter die Lupe und erkunden dabei verschiedene geologische Merkmale auf der Oberfläche des roten Planeten... So geschehen in der Fachrichtung Planetologie der FU Berlin am bundesweiten Mädchenzukunftstag.

Auch am diesjährigen Girls´Day, der am 27.03.2014 stattfand, hat sich die Fachrichtung Planetologie und Fernerkundung der Freien Universität Berlin beteiligt. Dr. Stefanie Musiol und Heike Rosenberg übernahmen die Organisation und Durchführung des Workshops „Krater, Vulkane und Co. - werde Geologin auf dem Mars.“ Natürlich reicht ein Tag bei weitem nicht aus, um das umfangreiche Thema der planetaren Geologie zu vermitteln, aber Sinn des Girls´Day ist es, bei den Mädchen die Neugier auf die Naturwissenschaften zu wecken. Die verfügbaren zwölf Plätze waren während der Anmeldephase schnell vergeben, was zeigt, dass die Schülerinnen großes Interesse an den Fachgebieten Planetologie und Geologie haben.

Zu Beginn der Veranstaltung begaben sich die Mädchen auf eine Reise durch das Sonnensystem, entlang des maßstabsgetreuen Planetenwegs auf dem Flur. Die Infoposter der einzelnen Planeten und die Erläuterungen der Betreuerinnen brachten den Mädchen die verschiedenen Himmelskörper näher. Anfangs waren sie aufgrund der ungewohnten Umgebung und der vielen fremden Kinder etwas zurückhaltend, aber schon nach wenigen Minuten zeigten sie sich sehr interessiert und brachten eigene Kommentare ein. Nachdem alle Objekte im Sonnensystem kurz besichtigt waren, sammelte die Gruppe detailliertere Fakten über Erde und Mars. Mit dem Zusammentragen von Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Nachbarplaneten begann der praktische Teil des Workshops

Die Schülerinnen untersuchten besonders prägnante geologische Formen, die typisch sind für die Marsoberfläche. Das Untersuchungsgebiet „Hellas Planitia“ mit Vulkanen, Kratern, Schluchten und Tafelbergen bietet dafür gute Möglichkeiten. So haben die jungen Forscherinnen Einschlagskrater vermessen, Entfernungen berechnet und gelernt farbkodierte Höhenkarten zu interpretieren. Die Mädchen der 5./6. Klasse aus verschiedenen Berliner Schulen waren sehr aufmerksam, am Thema interessiert und präsentierten ihr neu erworbenes Wissen bereitwillig vor der Gruppe. Selbst in der Pause, bei Snacks und Getränken, stellten einige Schülerinnen den beiden Betreuerinnen zahlreiche interessante Fragen zu Planeten und Monden und erzählten von eigenen astronomischen Beobachtungen. Zum Abschluss des Workshops konnten alle untersuchten geologischen Objekte noch einmal in einem animierten 3D-Flug über das Untersuchungsgebiet auf dem Mars betrachtet werden.

Das anschließende Feedback der Schülerinnen zur Veranstaltung war ausnahmslos positiv und es wurde mehrfach der Wunsch geäußert, nächstes Jahr wiederkommen zu wollen. Der Grundidee des Girls´Day, Mädchen für männerdominierte Berufsfelder bzw. Studienrichtungen zu begeistern, wurde demnach mit diesem Workshop voll entsprochen.

Erfahrungsbericht von Heike Rosenberg, Fotos von Stefanie Musiol.