Das iMars WebGIS

Schwerpunkt des iMars Projektes ist die Entwicklung einer Benutzerplattform, bestehend aus einheitlichen Datensätzen korrigierter Aufnahmen des Mars von den 1970ern bis in die Gegenwart. Das Konzept sieht für wissenschaftliche Analysen der Marsoberfläche die Entwicklung eines WebGIS vor, basierend auf Bilddaten zahlreicher NASA und ESA-Missionen. Die Anwendung soll außerdem spezifische Tools enthalten zur Untersuchung und Analyse der Datenprodukte und Studien über Oberflächenveränderungen im Laufe der Zeit.

   

Die Wissenschaft planetarer Oberflächen verzeichnete in den letzten Jahrzehnten einen enormen Zuwachs an Beobachtungsdaten, sowohl im qualitativen als auch im quantitativen Bereich. Im Rahmen des EU-finanzierten iMars-Projektes, welches im Jahr 2014 gestartet wurde, soll ein automatisierter Prozess entwickelt werden, der es erlaubt die riesigen Mengen an Beobachtungsdaten aus unterschiedlichen Epochen zu untersuchen. Es wird erwartet, dass alle orbitalen Bilddaten der NASA und ESA-Marsmissionen innerhalb einer digitalen Anwendungsumgebung zusammengeführt, visualisiert und nachfolgend Analysen erstellt werden. Solche Analysen werden zukünftig automatisch durchgeführt, basierend auf Algorithmen zur Änderungsdetektion, oder interaktiv mit Hilfe des von Zooniverse realisierten Citizen-Science-Konzepts.

Die enge Zusammenarbeit mit den Nutzern innerhalb des iMars-Projektes bedarf durchdachter Konzepte für Datenverarbeitung und Kommunikation. Diese interaktive Datenschnittstelle wird realisiert durch Open-Source WebGIS-Implementierungen und den WebGIS-Service für die Community, basierend auf etablierten OGC-Protokollen.

Allgemeiner Workflow: Ausgehend von unverarbeiteten Rohdaten (Level 1), über prozessierte wissenschaftliche Daten (Level 2) bis zu den aufbereiteten Nutzerdaten (Level 3). Das iMars-WebGIS ist die zentrale Schnittstelle, die registrierte high-level Datenprodukte mit Ergebnissen von Nutzeranalysen verknüpft. (Abbildung: S. van Gasselt © 2014)

     

Für planetare Daten wurden im letzten Jahrzehnt nur eine Handvoll Web-basierter GIS auf den Markt gebracht und nur ein Bruchteil davon gilt als etabliert und von der Community akzeptiert. Heutzutage gehören die meisten Web-basierten Dienste zur Gruppe der Archivsysteme, wie z.B. das Planetary Data System (PDS) und das Planetary Science Archive (PSA). Andere Web-basierte Dienste sind Systeme, die sich in erster Linie auf die Visualisierung der Karten fokussieren, anstatt den Nutzern Zugang zu ergänzenden Informationen und Metadaten zu gewähren (z.B. Google Mars).

Die Entwicklung des iMars-WebGIS beinhaltet die Kombination von geo-referenzierten, korrigierten und multitemporalen Bilddaten der Marsoberfläche, sowie spezifischen high-level Tools innerhalb eines einzigen Kartenbezogenen Informationssystems. Durch intuitive und komfortable Datennavigation wird diese Plattform dem Nutzer die Möglichkeit bieten, zu entdecken, wo und in welcher Art und Weise sich die Planetenoberfläche seit Mitte der 1970er Jahre verändert hat.

       

Beteiligte in der Projektgruppe iMars
Sebastian Walter
(Ansprechpartner)
Projektleitung, IT-Administration, Datenverarbeitung
Ralf Steikert Datenanalyse, Programmierung
Prof. Dr. Stephan van Gasselt Datenanalyse, Projektleitung bis März 2016

      

Förderung:

Siebtes Europäisches Forschungsrahmenprogramm FP7
Förderungsvertrag Nr. 607379

Projektlaufzeit:

01.01.2014 — 31.03.2017