Mission Dawn

Die US-amerikanische Weltraumsonde Dawn befindet sich seit dem Start am 27.09.2007 von Cape Canaveral (Florida) auf einer mehrjährigen Mission zur Erforschung der Kleinkörper Vesta und Ceres im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Die NASA-Mission dient der Erforschung der Entstehung und Entwicklung dieser Körper als Zeugen der Frühgeschichte des Sonnensystems. Die Reise durch das innere Sonnensystem, bei der im Februar 2009 der Mars passiert wurde, hat die Raumsonde Dawn erfolgreich abgeschlossen und im Juli 2011 ihr erstes Ziel, Asteroid Vesta, erreicht. Ein Jahr lang sammelte die Sonde Daten von Vesta, bevor die zweieinhalb Jahre dauernde Reise zu ihrem zweiten Ziel, dem Zwergplaneten Ceres begann. Anfang 2015 hat die Sonde Ceres erreicht und liefert seitdem fortlaufend Daten über dessen Beschaffenheit, während sie sich der Oberfläche weiter annähert.

   

Mission Dawn: Raumsonde im Anflug auf Vesta (künstlerische Darstellung)
Bildquelle: NASA/JPL-Caltech

     

Die Framing Camera (FC) ist das Kamera-Experiment an Bord der Sonde und wurde in Kooperation zwischen dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt. Die Arbeitsgruppe der Fachrichtung Planetologie und Fernerkundung an der FU Berlin ist an der wissenschaftlichen Prozessierung und Auswertung der Bilddaten beteiligt.

In der niedrigsten Umlaufbahn der Sonde, in einer Höhe von 210 km, konnten Aufnahmen von der Oberfläche Vestas mit einer Auflösung von bis zu 20 m pro Bildpunkt erzeugt werden. Vestas Oberfläche wurde im Verlauf des um mehrere Monate verlängerten einjährigen Aufenthalts der Sonde nahezu vollständig erfasst.

Die Kombination der Daten der Framing Camera, des Visible and Infrared Spectrometer (VIR) und des Gamma Ray and Neutron Detector (GRaND) bildet eine aussagekräftige Grundlage für das Verständnis der Entwicklung des Planetoiden. Sie ermöglicht einen Einblick in die Frühgeschichte des Sonnensystems und damit auch der Erde. Eine der Hauptaufgaben der Arbeitsgruppe an der FU Berlin besteht dabei in der Entwicklung eines chronostrati­­graphischen Systems. Die Datierung unterschiedlicher Oberflächenformen durch die Bestimmung der Kratergrößen-Häufigkeitsverteilung liefert den Wissenschaftlern wichtige Informationen, um die geologische Entwicklung und die Impaktprozesse auf Vesta besser verstehen zu können. Anhand eines detaillierten Verständnisses des Meteoriten­bombarde­ments auf Vesta können sehr viel besser entsprechende Zusammenhänge mit der Entwicklung des Meteoritenbom­barde­ments im jungen Sonnensystem erzeugt werden. Von besonderem Interesse ist dabei auch die Untersuchung der Materialverteilung gesteinsbildender Minerale und des Wassereises. Im Auftrag des Dawn Science Teams werden an der FU Berlin geologische Karten und Datierungen der Oberfläche von Vesta erstellt.

Im April 2015 erreichte die Sonde Ceres, den größten Körper des Asteroidengürtels (487 km x 455 km Radius) und sammelte erste wissenschaftliche Daten mit einer Auflösung von circa einem Kilometer pro Pixel. Derzeit befindet sich die Sonde in der finalen Beobachtungsphase in einer Höhe von weniger als 400 km über der Oberfläche und erstellt Aufnahmen mit einer Auflösung von bis zu 50 m pro Pixel.

Link zur Missionbeteiligung der Fachrichtung Planetologie und Fernerkundung

   

Förderung:

Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie,
Förderkennzeichen 50 OW 1505

Projektlaufzeit:

01.11.2015 — 31.01.2018