Mission Cassini-Huygens

Reisen zu den großen Gasplaneten des äußeren Sonnensystems stellen die Raum­fahrt immer vor besondere Herausforderungen. Im Rahmen der Mission Cassini-Huygens ist es den US-amerikanischen und europäischen Raumfahrtagenturen gemeinsam gelungen, eine Sonde mit Landeeinheit zum über 1 Milliarde Kilometer entfernten Saturn zu senden, wo sie seit 2004 kontinuierlich wissenschaftliche Daten sammelt und spektakuläre und immer wieder überraschende neue Aufnahmen zur Erde funkt. Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Planetologie und Fernerkundung der Freien Universität sind am Kameraexperiment dieser Forschungsmission beteiligt.

  

Blick vom Mond Iapetus in Richtung Saturn (Bildquelle: NASA/JPL/Space Science Institute)

   

Die internationale Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der NASA, ESA und ASI (italienische Weltraumagentur). Während die NASA bereits zwischen 1979 und 1981 erfolgreich Sonden zum Saturn entsandte (Pioneer 11 und Voyager), war die von der ESA gebaute Landekapsel Huygens der erste europäische Beitrag zu einer Weltraummission in das Äußere Sonnensystem.

Cassini-Huygens ist 1997 in Florida gestartet und hat nach einer Reise von fast sieben Jahren und 3,5 Milliarden Kilometern im Jahr 2004 die Umlaufbahn des zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems erreicht. Im Dezember 2004 erfolgte die Abtrennung der Huygens-Landekapsel vom Cassini-Orbiter, und einen Monat später landete Huygens erfolgreich auf dem großen Saturnmond Titan. Cassini selbst umläuft bis heute den Saturn und erforscht auf seiner Reise durch das Saturnsystem intensiv die Magnetosphäre des Planeten sowie die Ringe und die Monde, von denen bisher über 60 entdeckt wurden.

An Bord des Cassini-Orbiters befindet sich unter anderem das Imaging Science Subsystem (ISS), eine Kamera für Aufnahmen im Bereich des nahen Ultravioletts, des sichtbaren Lichtes sowie des nahen Infrarots. Die Arbeitsgruppe der FU Berlin beschäftigt sich in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof und mit Unterstützung der Nationalen Raumfahrtagentur mit der Planung und Auswertung von Bilddaten der Saturnmonde.

Die Mission, ursprünglich bis 2008 geplant, verläuft so erfolgreich, dass sie inzwischen schon zweimal verlängert wurde und erst im September 2017 enden soll. Dadurch ergibt sich die Zeit für zahlreiche weitere Beobachtungen und Untersuchungen im Saturnsystem. Die Wissen­schaftler haben etwa ein Jahr lang exklusive Datenrechte, bevor die Bilder vom Planetary Data System (PDS) der NASA archiviert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Link zur Missionsbeteiligung der Fachrichtung Planetologie und Fernerkundung.

   

Förderung:

Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie,
Förderkennzeichen 50 OH 1503

Projektlaufzeit:

01.07.2015 — 31.10.2018