Vom Berg ins Tal – Materialtransport auf dem Mars

Das auf diesen Bildern der High Resolution Stereo Camera (HRSC) gezeigte Gebiet auf dem Mars liegt an der sogenannten Dichotomiegrenze, einer topographischen Geländekante zwischen dem südlichen Marshochland und dem nördlichen Marstiefland. Tafelberge, Täler und viele kleine Hügel kennzeichnen die Landschaft, die von der Abtragung durch Wasser geprägt wurde.

Das HRSC Experiment befindet sich an Bord der ESA Mission Mars Express, die seit 2003 den Mars umkreist.

  


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Vom Berg ins Tal – Materialtransport auf dem Mars

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Auf den Bildern ist eine Hügellandschaft zu sehen, die von zahlreichen Furchen durchzogen ist. Dieses Gebiet liegt an der sogenannten Dichotomiegrenze oder auch Hochland-Tiefland-Grenze des Mars. Die ausgeprägte Zweiteilung in ein älteres, von Kratern übersätes Hochland südlich des Äquators und eine Tiefebene im Norden des Planeten ist eines der markantesten topographischen Merkmale unseres Nachbarplaneten. Der Übergang ist meist durch eine steile Geländekante markiert, in deren Vorland sich zahlreiche Insel- oder "Zeugenberge" befinden, die Überreste des Hochlands darstellen und der Erosion länger widerstehen konnten. Entlang der Dichotomiegrenze sind häufig die Spuren der Aktivität von Gletschern und Eis zu beobachten, die eine starke Vereisung in der Vergangenheit aufzeigen.

Der südliche Bereich mit plateauartigen Felsen (links im Bild) liegt deutlich höher verglichen zu den Gebieten weiter im Norden (rechts im Bild), die überwiegend aus kleineren Tafelbergen und Hügeln bestehen. Die dazwischenliegenden Vertiefungen wurden durch Erosionsprozesse in der Marsvergangenheit geschaffen. Wasser und Eis haben über Millionen von Jahren das Gesteinsmaterial hangabwärts in das Flachland transportiert. Besonders deutliche Spuren dieser Fließprozesse sind vor allem in den schmalen Tälern zu finden, in denen linienartige Strukturen auf Materialtransport durch Wasser beziehungsweise Eis hindeuten. Die Erhebungen im sich nördlich anschließenden Flachland sind Zeugen des ehemaligen Geländeniveaus und bestehen vermutlich aus resistenterem Material.

Ein heute noch aktiver Prozess auf der Marsoberfläche ist der Transport von Sand und Staub durch Wind. Sichtbare Spuren davon findet man in den mit dunklem Material gefüllten Vertiefungen. Der dunkle Sand ist vulkanischen Ursprungs und bildet weit ausgedehnte Sand- und Dünenfelder.

Einige Materialien in den tiefer liegenden Gebieten, insbesondere in der westlichen (oberen) Bildhälfte, zeigen Spuren der Veränderung durch Wasser. Spektrometer-Experimente wie z.B. OMEGA an Bord von Mars Express, haben in dieser Region unter anderem Tonminerale gefunden, in deren Kristallstruktur Wassermoleküle eingebaut sind. Das Vorhandensein dieser wasserhaltigen Minerale erlaubt Rückschlüsse auf die Bildungsbedingungen und das frühere Marsklima.

High Resolution Stereo Camera (HRSC)

» Informationen zur Herkunft und Verarbeitung der Bilder

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Die Aufnahmen mit der HRSC (High Resolution Stereo Camera) entstanden am 26. Februar 2018 während Orbit 17916 von Mars Express. Die Bildauflösung beträgt 18 Meter pro Bildpunkt (Pixel). Die Bildmitte liegt bei etwa 78° östlicher Länge und 28° nördlicher Breite. Die Farbaufsicht wurde aus dem senkrecht auf die Marsoberfläche gerichteten Nadirkanal und den Farbkanälen der HRSC erstellt, die perspektivische Schrägansicht wurde aus den Stereokanälen der HRSC berechnet. Das Anaglyphenbild, das bei Betrachtung mit einer Rot-Blau- oder Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Landschaft vermittelt, wurde aus dem Nadirkanal und den Stereokanälen abgeleitet. Die in Regenbogenfarben kodierte Aufsicht beruht auf einem digitalen Geländemodell (DTM) der Region, von dem sich die Topographie der Landschaft ableiten lässt. Der Referenzkörper für das HRSC-DTM ist eine Äquipotentialfläche des Mars (Areoid).

Die systematische Prozessierung der Kameradaten erfolgte am DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof. Mitarbeiter der Fachrichtung Planetologie und Fernerkundung der Freien Universität Berlin erstellten daraus die hier gezeigten Bildprodukte.

Um bereits veröffentlichte Rohbilder und DTMs der Region im GIS-kompatiblen Format herunterzuladen, benutzen Sie bitte diesen Link zu unserem Mapserver. Für einen Überblick über alle seit 2004 veröffentlichten Presseprodukte klicken Sie bitte hier.

Images: ESA/DLR/FU Berlin, CC BY-SA 3.0 IGO

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Die High Resolution Stereo Camera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH). Das Wissenschaftsteam unter Leitung des Principal Investigators (PI) Prof. Dr. Ralf Jaumann besteht aus 52 Co-Investigatoren, die aus 34 Institutionen und 11 Nationen stammen. Die Kamera wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben.