Spuren von Wasser in einem der größten Täler auf dem Mars

Mawrth Vallis ist mit einer Länge von 600 km und einer Tiefe von bis zu 2 km eines der größten Ausflusstäler auf dem Mars, und eine mögliche Landestelle für die ExoMars 2020 Mission der ESA. Mitarbeiter der Fachrichtung Planetologie und Fernerkundung der Freien Universität Berlin erstellten ein Mosaik des Gebietes in verschiedenen Ansichten aus Bilddaten der hochauflösenden Stereokamera HRSC an Bord der ESA-Raumsonde Mars Express. Die systematische Prozessierung der Daten erfolgte am DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof.

   

Mawrth Mosaik Perspektive
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Das vorgestellte Mosaik deckt ein etwa 330.000 km² großes Gebiet nördlich des Marsäquators am Übergang vom südlichen Marshochland zum nördlichen Marstiefland ab. Mawrth Vallis liegt eingebettet in das mehr als 4 Milliarden Jahre alte Hochland Arabia Terra (siehe Übersichtskarte), und mündet in das große Einschlagsbecken Chryse Planitia. Eine Animation von 2008 zeigt den Flug über das Tal Mawrth Vallis.

In und um das Flusstal Mawrth Vallis kann man helle und dunkle Ablagerungen beobachten. Die hellen geschichteten Ablagerungen zählen zu den größten Vorkommen von Schichtsilikaten (Tonmineralien) auf dem Mars. Eine Lage dunkel-gefärbter Gesteine bedeckt die Tone. Untersuchungen des OMEGA (Observatoire pour la Minéralogie, l'Eau, les Glaces et l'Activité) Instrumentes auf Mars Express haben zu einem besseren Verständnis der Tonminerale geführt, die entweder eisen-/magnesiumreich oder aluminiumreich sind. Am Talboden von Mawrth Vallis wurden außerdem sulfathaltige Ablagerungen gefunden.

                                 

Mawrth Mosaik Farbaufsicht
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Schichtsilikate auf dem Mars sind ein starker Hinweis auf das Wirken von flüssigem Wasser auf der Oberfläche, und somit ein Anzeichen einer möglicherweise habitablen Umwelt in der Marsvergangenheit. Wasser floss einst durch das Tal Mawrth Vallis, und existierte wahrscheinlich bis vor 3,6 Milliarden Jahren an der Oberfläche. Es ist sogar denkbar, dass Spuren von Leben in den Ablagerungen erhalten geblieben sind, durch die dunkle Deckschicht geschützt vor Strahlung und Abtragung. Das Interesse von Astrobiologen an diesem Gebiet auf dem Mars ist daher sehr groß.

                                               

Mawrth Mosaik Farbkodiertes Höhenmodell
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Mawrth Vallis ist eine von vier möglichen Landestellen für die ExoMars 2020 Mission, die einen europäischen Rover und eine russische Plattform auf der Marsoberfläche absetzen wird. Ein auf dem Rover installierter Bohrer soll Gesteinsproben aus dem Untergrund nehmen und untersuchen. Weitere vorgeschlagene Landestellen für die ExoMars 2020 Mission sind Oxia Planum, Aram Dorsum und Hypanis Vallis.

    

Bildverarbeitung und das HRSC-Experiment auf Mars Express

Das Mosaik wurde aus 9 einzelnen Orbitstreifen zusammengesetzt (1564, 1337, 2229, 1542, 1326, 1293, 2938, 2196, 3297). Der Bildausschnitt liegt etwa bei 338°-346° östlicher Länge und 17°-29° nördlicher Breite. Das Farbmosaik wurde aus dem senkrecht auf die Marsoberfläche gerichteten Nadirkanal und den Farbkanälen der HRSC erstellt, die perspektivische Schrägansicht wurde aus den Stereokanälen der HRSC berechnet. Die in Regenbogenfarben kodierte Aufsicht beruht auf einem digitalen Geländemodell der Region, von dem sich die Topographie der Landschaft ableiten lässt.

  

Mapserver

Um bereits veröffentlichte Rohbilder und digitale Geländemodelle der Region im GIS-kompatiblen Format herunterzuladen, benutzen Sie bitte diesen Link zu unserem Mapserver.

  

Bildrechte

Images: ESA/DLR/FU Berlin, CC BY-SA 3.0 IGO

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Die High Resolution Stereo Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH). Das Wissenschaftsteam unter Leitung des Principal Investigators (PI) Prof. Dr. Ralf Jaumann besteht aus 52 Co-Investigatoren, die aus 34 Institutionen und elf Nationen stammen. Die Kamera wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben.