Wasser auf dem Mond nachgewiesen

Moon Water Content
Mond-Karte: Gelb- und Rottöne kennzeichnen höhere Wassergehalte.
Bildquelle: Milliken lab / Brown University

News vom 31.07.2017

Mit Hilfe von Satellitendaten konnten Forscher der Brown University in Providence vor kurzem das Vorhandensein von Wasser in vulkanischen Ablagerungen auf dem Mond bestätigen. Bereits 2008 fand der Geologe Alberto Saal Spuren von Wasser in einigen Proben aus vulkanischem Glas, die während der Apollo-Missionen zum Mond gesammelt wurden. 2011 zeigten weitere Untersuchungen, dass ihr Wassergehalt ähnlich dem von Basalten auf der Erde ist, was bedeutet, dass der Mantel des Mondes ebenso viel Wasser wie der der Erde enthalten könnte. Da man glaubt, dass der Mond bei der Kollision eines riesigen Protoplaneten mit der Erde in der frühen Geschichte unseres Sonnensystems entstanden ist, gingen Wissenschaftler davon aus, dass der gesamte Wasserstoff durch die Hitze des Einschlags verschwand und das Mondinnere daher trocken ist. Das wirft die Frage nach der Herkunft des Mondwassers auf. Die neuste Entdeckung, die im Fachblatt Nature Geoscience im Juni diesen Jahres erschien, liefert unter Nutzung von Fernerkundungsmethoden weitere Hinweise darauf, dass Wasser auf dem Mond existiert. Orbitale Spektrometer, wie der in dieser Studie verwendete Moon Mineralogy Mapper auf der indischen Sonde Chandrayaan-1, ermöglichen es, durch Betrachtung der von der planetaren Oberfläche absorbierten und reflektierten Wellenlängen Minerale und andere chemische Verbindungen zu identifizieren. Jetzt ist es den Forschern Milliken von der Brown University und Li von der Hawaii University durch die Nutzung einer neuen thermalen Korrektur gelungen, die ungewollte thermale Ausstrahlung vom Signal zu entfernen. So bestätigten sie, dass der Wassergehalt in den Apolloproben keinen Einzelfall darstellt, sondern wasserreiche Ablagerungen in vielen Mondpyroklasten über die gesamte Oberfläche verteilt zu finden sind (siehe Bild). Die neuen Erkenntnisse könnten sich auch auf die bemannte Raumfahrt zum Mond auswirken, da nun weniger Wasser von der Erde mitgeführt werden müsste.

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