BepiColombo started zum Merkur

ESAs Mercury Planetary Orbiter (Vordergrund) und JAXAs Mercury Magnetospheric Orbiter (Hintergrund)
Bildquelle: Spacecraft: ESA/ATG medialab; Mercury: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington

News vom 19.10.2018

Morgen um 3:45 Uhr MESZ wird die BepiColombo Mission an Bord einer Ariane 5-Trägerrakete vom Europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana zum Merkur aufbrechen. Das Gemeinschaftsprojekt zwischen der ESA und der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA soll nicht nur Aufschluss über den Planeten selbst, sondern auch über die Bildung unseres Sonnensystems geben. Merkur ist unser kleinster Planet und gleichzeitig jener, der der Sonne am nächsten ist. Das macht das Platzieren eines Raumfahrzeugs in einer stabilen Umlaufbahn zu einer großen Herausforderung. Die BepiColombo-Mission umfasst zwei Orbiter, die vom Mercury Transfer Module (MTM) der ESA transportiert werden: ESAs Mercury Planetary Orbiter (MPO oder ‘Bepi’) und JAXAs Mercury Magnetospheric Orbiter (MMO oder ‘Mio’). Die ehrgeizige siebenjährige Reise zum Merkur nutzt zahlreiche Fly-By-Manöver an Erde, Venus und Merkur und erfordert, sobald die Erdanziehung überwunden ist, kontinuierliches Bremsen gegen die Anziehung Sonne. Obwohl die wissenschaftlichen Kameras während der Reise abgeschaltet bleiben, werden Überwachungskameras am MTM Schnappschüsse während der Fly-By-Manöver machen und die erfolgreiche Entfaltung der Solarzellen und Antennen verfolgen. Die Mission erforderte außerdem neue technologische Innovationen gegen Überhitzung, wie beispielsweise eine Hochtemperaturbeschichtung, eine mehrschichtigen Isolation, und ein neues Drehverfahren für Mio. Die wissenschaftlichen Aufzeichnungen werden planmäßig ab Erreichen des Orbits ein Jahr anhalten und können bei Bedarf um ein Jahr verlängert werden. Eines der 11 Instrumente an Bord des MPO ist das BepiColombo LaserAltimeter (BELA), welches durch das DLR in Zusammenarbeit mit der Universität Bern, dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, dem Instituto de Astrofisica de Andalucia  und der Industrie entwickelt und gebaut wurde.

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