Gründe

Welche Gründe sprechen für die Teilnahme an der Eifelexkursion?

Einer der vielleicht entscheidendsten Gründe für eine Teilnahme ist die Tatsache, dass man eine in Mitteleuropa sehr seltene und für Deutschland einmalige Landschaft und sie formende Geologie zu Gesicht bekommt. Anhand der besonders hohen Vulkandichte lassen sich in der Vulkaneifel unterschiedlichste vulkanische Phänomene studieren und die Vulkanbauten zeigen zudem eine breite Palette von vulkanischen Förderprodukten und geomorphologischen Besonderheiten. Bekannt ist die Vulkaneifel für ihre phreatomagmatischen Maare - es finden sich jedoch auch viele Schlackenvulkane oder Explosionscalderen. In der Osteifel sind etwa 100 Vulkane nachzuweisen und es treten verschieden stark entwickelte Magmen auf, von Basalt bis Trachyt, die sich in ihrem Kieselsäure-Gehalt unterscheiden. Dadurch sind u. a. Schlacken, Tuffe, Bimse und Lavaströme anzutreffen.

Des Weiteren kommt das spezielle Thema "Pyroklastika", also vulkanische Förderprodukte, die in Deutschland sehr exotisch und nur an wenigen Stellen zu sehen sind. In der Eifel trat der Vulkanismus in zwei Hauptphasen auf, die beide unterschiedlichen Charakter besitzen und doch jeder speziell entscheidend die Morphologie prägten.

Die erste Phase des tertiären Vulkanismus hatte seine Hochphase vor 42-34 Ma (Obereozän bis Unteroligozän) und förderte hochdifferenzierte Gesteine alkalibasaltischer Zusammensetzung, so u.a. schönen Alkaliolivinbasalt, Hawaiit, Mugearit, Andesit, Trachyt - sehenswerte und seltene Mantelgesteine oft sehr heterogener und deshalb interessanter Zusammensetzung.

Die zweite vulkanische Hauptphase setzte im Quartär ein und förderte gänzlich andere aber ebenfalls seltene und sehenswerte Gesteine zutage. Typisch sind porös-blasige Gefüge mit starker SiO2-Untersättigung und hoher Alkalinität. In dieser Phase entstand eine etwa 50 km lange Reihe von Vulkanen, deren Anordnung tektonischen Bruchlinien folgt und ca. 100 Tuff- und Schlackenkegel, sowie 50, teilweise mit Wasser gefüllte Maarkessel umfasst, die das Landschaftsbild der Region entscheidend bestimmen. Die ältesten Ausbrüche sind auf ca. 1 Ma, die jüngsten auf ca. 11 ka datiert und es herrschen Leuzite und Nephelinite vor. Aus geologischer Sicht gilt die Eifel noch immer als vulkanisch aktiv. Es wird angenommen, dass sich unter der Eifel ein so genannter "Hot Spot" befindet. Kennzeichen dieser vulkanischen Aktivität ist wie beispielsweise im Laacher See austretendes CO2.

Nicht zuletzt durch die komplexe vulkanische Vergangenheit der Eifel sind hier einige geologische Naturdenkmäler zu finden, die unter besonderem Schutz stehen. So z. B. das Gebiet um den Laacher See, der das Zentrum des Vulkangebietes der östlichen Eifel bildet. Der Laacher See stellt eine Caldera dar, also einen teilweise eingebrochenen Vulkan, der heute mit Wasser gefüllt ist. Die Landschaft um den See gibt heute noch Zeugnis von einer der größten Vulkaneruptionen Mitteleuropas in erdgeschichtlich jüngster Zeit. Aber auch eine Vielzahl anderer Lokalitäten sind absolut sehenswert und beeindruckend und so finden sich vielerorts gut ausgeschilderte und informative Geoparks, die eine optimale optische Ergänzung zu den Ausführungen der Dozenten liefern.

Die fach- und ortskundigen Dozenten sind neben den geologischen Argumenten ein weiterer Hauptgrund für eine Exkursionsteilnahme. In einem stets angenehmen und stressfreien Umfeld lässt es sich entspannt arbeiten und vor allem lernen, da immer ein ausgewogener Mix aus lockerer Aufschlussbegehung und intensivem Diskutieren der zusammengetragenen Informationen stattfindet. Dies unterstützt eine zwar relativ kleine aber dennoch feine Auswahl an präzise ausgesuchten Lokalitäten, wodurch man genügend Zeit in einem Aufschluss/Gebiet verbringt und auch den großräumigeren Zusammenhang vermittelt bekommt.

Damit sind die geologischen Gegebenheiten der Eifel und die Dozenten die Hauptargumente für eine Teilnahme am GP Vulkanologie. Zudem kann man hin und wieder schöne Hauyn, Biotit und andere Kristalle sammeln…

 

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