Profil des Instituts

Das Institut für Geographische Wissenschaften ist eines von drei Instituten im Fachbereich Geowissenschaften an der Freien Universität Berlin. Das Institut gliedert sich in vier verschiedene Fachrichtungen.

 
Die Geographie erforscht die Erdoberfläche in ihrer räumlichen Differenzierung, ihrer physischen Beschaffenheit und als Raum und Ort des menschlichen Lebens und Handelns. Die Forschungsprofile der verschiedenen Arbeitsbereiche des Institutes für Geographische Wissenschaften zeigen dabei eine starke Ausrichtung auf die Bewertung von Mensch-Umwelt-Interaktionen.

Fachrichtung Anthropogeographie

Am Zentrum für Entwicklungsländerforschung (ZELF) werden politische, soziokulturelle und ökonomische Entwicklungen und Transformationsprozesse in den Ländern des Südens analysiert. Im Fokus stehen die Erfassung von Marginalisierungs- und Verarmungsprozessen in peripheren Räumen, ihre natur- und gesellschaftsbedingten Ursachen und die Formulierung gegensteuernder Strategien. Regionale Schwerpunkte sind periphere Räume in Süd- und Zentralasien. (Prof. Dr. H. Kreutzmann)

Seit 2009 ist der Arbeitsbereich Wirtschaftsgeographie am Institut angesiedelt. Die Wirtschaftsgeographie thematisiert die räumliche Organisation ökonomischen Handelns. Ziel der Forschungen ist es unter anderem, ökonomisches Handeln aus der Beziehung der Akteure zueinander sowie aus ihrer Positionierung zu den umgebenden Regelungssystemen und in Raumstrukturen zu verstehen. (Prof. Dr. O.Ibert)

Fachrichtung Physische Geographie

In der Fachrichtung Physische Geographie wird Fragen der jungquartären Paläoumweltrekonstruktion mit besonderem Interesse an umweltgeschichtlichen Zusammenhängen, das heißt dem wechselnden Einfluss von Klima und Mensch auf die Landschaft, nachgegangen.

Im Vordergrund stehen dabei Prozesse wie Bodenerosion, Sedimenthaushalt von Flüssen, Gletscherhaushalt und Massenbewegungen. Über die Modellierung der Stoffflüsse werden Massenbilanzierungen vorgenommen, die wiederum die Prognose der zukünftigen Entwicklungen der natürlichen Ressourcen erlauben. Der regionale Schwerpunkt dieser Arbeiten liegt im Altweltlichen Trockengürtel (Spanien, West- u. Ost-Afrika, China, Mongolei) sowie in verschiedenen Hochgebirgsregionen (u.a. Alpen, Taiwan). (Jun. Prof. Dr.  W. Bebermeier, Prof. Dr. M. Böse, Prof. Dr. B. Schütt).

Fachrichtung Angewandte Geographie

In der Fachrichtung Angewandte Geographie werden vor allem hydrologische und daran gekoppelte geomorphologische Prozesse untersucht. Im Interessensschwerpunkt stehen Niederschlag-Abfluss-Simulationen und die Analyse hydrologischer Extremsituationen (Hoch- und Niedrigwasser), damit verbundene Prozesse (Stoffflüsse) und die Erarbeitung geeigneter Managementstrategien zur Reduzierung des Schadenspotentials (z.B. integrierter Hochwasserschutz). (Prof. Dr. A. Schulte)

Fachrichtung Fernerkundung und Geoinformatik

Die Fachrichtung Fernerkundung und Geoinformatik untersucht vornehmlich Prozesse des Landnutzungswandels sowie deren Einfluss auf das Ökosystem, mittels Erdbeobachtung und Modellierung. Hinsichtlich einer stetig wachsenden Verfügbarkeit unterschiedlichster Fernerkundungsdaten, stellt sich gerade die Analyse multisensoraler und mulittemporaler Fernerkundungsdaten als innovativer und in Zukunft äußerst relevanter Forschungsschwerpunkt dar. Im Vordergrund stehen daher unter anderem die (Weiter)entwicklung von aktuellen Verfahren Klassifikationsverfahren aus dem Bereich des maschinellen Lernens, Ansätze der Datenfusion sowie die Analyse multitemporaler Daten. Der regionale Schwerpunkt aktueller Arbeiten liegt in Osteuropa, Südamerika und Deutschland. (Prof. Dr. Björn Waske)