Geschichte des Instituts für Geographische Wissenschaften

Der Anfang

Das "Geographische Institut" ist seit der Gründung und dem Beginn der Vorlesungen im November 1948 fester Bestandteil der Freien Universität Berlin.
Auf Betreiben von Professor Dr. Walter Behrmann wurde es innerhalb der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Abteilung der Philosophischen Fakultät (aus dem von der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin geschaffenen) Institut für Geomorphologie und Kartographie gegründet. Als dieses im Frühjahr 1948 in den Ostsektor der Stadt ziehen sollte, wurde von der amerikanischen Militärregierung ein Verbot ausgesprochen, die Sammlungen und die Arbeiten aus dem Westsektor zu entfernen. So konnte bei der Gründung der Universität ein bereits voll arbeitsfähiges Institut mit seinen Mitarbeitern der FU Berlin angeschlossen werden. Im Wintersemester 1948/1949 wurde der Lehrbetrieb mit 7 Lehrveranstaltungen aufgenommen.

Die Gründungsgeschichte des Geographischen Instituts ist nachzulesen in zwei Dokumenten von Prof. Behrmann:

Räumliche Lage

Die ursprünglich dezentrale Lage des Instituts in Berlin Lichterfelde West wurde 1958 durch die Übersiedlung in ein Gebäude in der Grunewaldstrasse 35 in Berlin Steglitz aufgehoben. In diesem Gebäudewaren auch Teile anderer Institute untergebracht, die später aber an anderer Stelle ausgelagert wurden. Wegen der studentischen und personellen Vergrößerung des Geographischen Instituts wurden im Laufe der Jahre alle Räume in der Grunewaldstrasse 35 von der Geographie übernommen.
Schon vorher hatte die Konstituierung eigener Forschungsabteilungen innerhalb des Fachbereiches 1962 zur Gründung des Geomorphologischen Laboratoriums in Berlin-Dahlem und 1967 zum Einzug der Abteilung Kartographie in Berlin-Steglitz geführt.
Zusätzlich zu den Standorten in Berlin kam es seit 1966 für die Feldforschung und Ausbildung in den Geowissenschaften zur Einrichtung von Standquartieren in Eschwege (Hessen) und Wohlde (Schleswig Holstein) sowie zur Nutzung des Geo-Zentrums in Hüttenberg (Kärnten). Seit 1966 gab es außerdem eine Forschungsstation Bardai im Tibesti-Gebirge (Tschad), die aber nach Beginn des Bürgerkrieges dort nur eingeschränkt zu nutzen war. Im Sommersemester 1998 erfolgte im Zuge der Zusammenlegung der Institute des Fachbereichs Geowissenschaften der Umzug nach Lankwitz.

Organisatorische Entwicklung

Das Geographische Institut war zunächst Teil der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Abteilung der Philosophischen Fakultät, seit 1952 Teil der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.
Die Vergrößerung des Instituts und die Einrichtung neuer Forschungseinrichtungen führten dann 1963 zur Trennung in zwei Institute. Das 1. Geographische Institut vertrat vorwiegend die Anthropogeographie, während das 2. Geographische Institut vorwiegend die Physische Geographie vertrat (inklusive des Geomorphologischen Laboratorium, der Außenstelle Bardai, sowie der Abteilung Kartographie).
Große organisatorische Veränderungen ergaben sich aus der Reform und Umstrukturierung der gesamten Universität, der Auflösung der Fakultäten und der Einführung der Fachbereiche 1970. Seither gehört die Geographie zum Fachbereich Geowissenschaften.
1980 wurde durch die Integration der Pädagogischen Hochschule in die TU und die FU Berlin das Ordinariat für Geographie und ihre Didaktik aufgenommen. Die jetzige Struktur und die Bezeichnung "Institut für Geographische Wissenschaften" innerhalb des Fachbereichs Geowissenschaften ergaben sich im Rahmen einer erneuten Umstrukturierung der gesamten Universität 1989/1990. Seither bildet das Institut wieder eine organisatorische Einheit, in der als Teilbereiche die

  • FR 1: Anthropogeographie und Angewandte Geographie
  • FR 2: Physische Geographie
  • FR 3: Schulgeographie
  • FR 4: Kartographie

ihre speziellen Ausbildungs- und Forschungsziele vertreten.

Institut 1985

Die Institusgebäude im Jahr 1985 (Zeichnung: Prof. Dr. U. Freitag)

Eine nochmalige Umstrukturierung erfolgt 2001:

  • FR 1: Kartographie
  • FR 2: Anthropogeographie und Angewandte Geographie
  • FR 3: Physische Geographie
  • FR 4: Angewandte Geographie
  • FR 5: Schulgeographie

Gegen den heftigen Wiederstand der Instutsgremien und der Studenten wird im Jahr 1998 der Umzung des Instituts auf das Fu-Gelände an der Malteserster. 74-100 in Lankwitz durchgeführt. Zum Wintersemester 1998/99 wird der Lehrbetrieb in den Gebäuden der ehemaligen Pädagogischen Hochschule aufgenommen.

Im Zuge der 2003 beschlossenen Sparmaßnahmen des Berliners Senats wurden die Lehrstühle der FR 3: Angewandte Anthropogeographie (Emiritierung Prof. Dr. Kluczka) und der FR 5: Kartographie (Todesfall Prof. Dr. W. Scharfe) nicht wiederbesetzt. Auch die Fachrichtung Schulgeographie wurde aufgelöst.

Nach der Zusammenlegung mehrerer Bereiche wird im Jahr 2013 eine Professur für Fernerkundung und Geoinformatik am Institut eingerichtet.

Inhalte entnommen und aktualisiert nach: Fachbereich Geowissenschaften (1998): 50 Jahre Freie Universität Berlin. Fachbereich Geowissenschaften. Berlin