Wie zitiere ich richtig ?

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Plagiarismus bezeichnet die unrechtmäßige Aneignung fremden Gedankenguts, also das Verwenden von fremden Ideen oder Textstellen ohne Angabe des ursprünglichen Autors. Dies ist im kleinen wie im großen Umfang durch das deutsche Urheberrechtsgesetz verboten.

"Wenn ein Werk oder ein Teil eines Werkes [...] vervielfältigt wird, ist stets die Quelle deutlich anzugeben." (§63 UrhG)


Ein ordentliches Zitat wird durch das Urheberrechtsgesetz aber explizit erlaubt. Unterschieden wird zwischen Groß-, Klein- und Musikzitaten (siehe §51 UrhG).

  • Großzitate beziehen sich auf komplette Fremdwerke wie z.B. Gedichte und vollständige Texte. Nach ihrem Erscheinen (siehe §6 UrhG) dürfen sie in wissenschaftlichen Arbeiten zitiert werden.
  • Kleinzitate bezeichnen Ausschnitte aus veröffentlichten Fremdwerken wie z.B. Textpassagen. Sie dürfen generell zitiert werden.
  • Musikzitate bezeichnen markante Musikpassagen aus urheberrechtlich geschützten Werken. Sie dürfen in ein neues musikalisches Werk integriert werden, solange es sich um kurze, unveränderte und eindeutig zuordenbare Passagen handelt.

Das Internet und die Möglichkeiten des schnellen Copy & Paste haben das Erstellen von Plagiaten vereinfacht. Da universitäre Hausarbeiten und vor allem Abschlussarbeiten aber zur Entwicklung eigener Ideen und Theorien dienen sollen, setzen sich viele Universitäten mittlerweile zur Wehr. Eine Möglichkeit ist die Verwendung von speziellen Softwarelösungen zum Ausspüren von Plagiaten. Sie durchsuchen das Internet nach markanten Textstellen. Wird einem Studierenden ein Plagiat nachgewiesen, muss er je nach Hochschule mit einer Abstufung seiner Leistungen oder sogar der Exmatrikulation rechnen.

Um Vorwürfe von Plagiarismus zu vermeiden, sollte man auf einen vollständigen Nachweis aller verwendeten Quellen achten.



Weiterführende Informationen unter:

Bundesministerium der Justiz: Gesetze im Internet - Urheberrechtsgesetz URL http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/index.html, Stand: 28.08.07

Elsner, Joachim: Urheberrecht und Berichterstattung, URL http://user.cs.tu-berlin.de/~uzadow/recht/urheber.html, Stand: 30.08.07

Schulze, Gernot: Urheberrecht - Richtlinien, Zitatrecht URL http://call.tu-dresden.de/copyright/zitatrecht.htm,

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Zitate dienen zur Darstellung des Status Quo, zur Übernahme von Informationen und Meinungen aus anderen Werken und zur Untermauerung eigener Theorien.


Sie können den genauen Wortlaut des ursprünglichen Verfassers wiedergeben oder ihn paraphrasieren. Bei Letzterem wird der Autor entweder in indirekter Rede zitiert oder seine Meinung mit eigenen Worten umschrieben. Zitate aus zweiter Hand sollten möglichst vermieden werden, um die Verbreitung von Fehlern zu verhindern. Ist es nicht zu umgehen, muss die Sekundärquelle mit "zitiert nach: ... " an die originale Quelle angehängt werden.

Studierenden wird der Umgang mit Zitaten oft von den Fachbereichen vorgegeben. Die Regeln finden sich auf der Homepage des jeweiligen Fachbereichs als Formvorschrift für wissenschaftliche Arbeiten. Außerhalb der Studienordnung existiert kein zu einhundert Prozent verbindliches Regelwerk. Wichtig ist, dass die zitierten Werke durch den Nachweis eindeutig identifiziert werden. Die folgenden Angaben orientieren sich an der "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten" von Dr. Werner Sesink:


Für das Einbinden wörtlicher Zitate gilt:

  • Zitate werden mit Anführungszeichen umschlossen
  • Zitate innerhalb eines Zitats erhalten Hochkommata ('...')
  • Zitate müssen in der vorliegenden Form übernommen werden (mit Fehlern, Hervorhebungen, etc.)
  • notwendige Anpassungen dürfen nicht sinnentstellend wirken und müssen gekennzeichnet werden
    • Auslassungen werden mit drei Punkten in eckigen Klammern gekennzeichnet: [...]
    • grammatikalische Anpassungen werden in eckige Klammern gesetzt
    • Zusatzinformationen werden mit (..., d. Verf.) eingebunden



Das Einbinden paraphrasierter Zitate (Umschreibungen) lässt mehr Spielraum. Zu beachten ist jedoch:

  • bei indirekter Rede wird der Konjunktiv genutzt (Kerner behauptet, die Welt sei ein Notenschlüssel.)
  • die Quellenangabe wird mit s. (siehe) oder vergl. (vergleiche) eingeleitet
  • natürlich darf auch bei dieser Methode der Sinn nicht entstellt werden



In jedem Fall muss das Zitat belegt werden. (weiter zu Zitatnachweis im Text



Weiterführende Informationen unter:

Normenausschuss Bibliotheks- und Dokumentationswesen (NABD) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: Titelangaben von Dokumenten : deutsche Norm. Berlin : Beuth, 1984.

SESINK, Werner: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten ohne und mit PC. 4. Aufl. München : Oldenbourg, 1999.

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Der Verweis auf den Autor kann auf zweierlei Art geschehen und hängt von den individuellen Präferenzen bzw. den Vorgaben des Fachbereichs oder des Verlags ab.

Fußnoten und Endnoten

Fußnoten und Endnoten werden meist in philologischen Texten bevorzugt. Das Zitat wird im Text mit einer fortlaufenden Hochzahl markiert. In der Fußnote (am unteren Rand der Seite) oder in der Endnote (am Ende des Kapitels) folgt dann die Quellenangabe mit Seitenzahl. Die erste Nennung einer Quelle erfolgt als Vollbeleg (siehe Quellenverzeichnisse):

Vollbeleg in der Fußnote (Bsp. Monographien):

X VERFASSER1, Vorname1; VERFASSERX, VornameX: Titel - Untertitel. Bd. x. x. Aufl. Ort : Verlag, JJJJ, S. x

¹ KERNER, Peter; TEUBNER, Barbara: Die Elementarteilchen der Musik. Bd. 4. 3. Aufl. Berlin : Springer Verlag, 1979, S. 45

Für weitere Nennungen der Quelle reicht ein Kurzbeleg. Dieser verweist mit der Abkürzung a.a.O. (am angegebenen Ort) auf die vorherige Nennung. Nebenautoren können mit et al. (et alii, und andere) zusammengefasst werden.

Kurzbeleg in der Fußnote:

X VERFASSER, ggf. Vorname, Titelstichwort, a.a.O., S. x

¹ KERNER et al., Elementarteilchen, a.a.O., S.34

Aufeinanderfolgende Fußnoten die auf die gleiche Quelle verweisen können mit Ebenda / Ebd. weiter abgekürzt werden. Bezieht sich die Fußnote auf eine andere Seitenzahl der Quelle so muss diese mit genannt werden.

Beispiel:

"Die Musik unterscheidet sich kaum von der Quantentheorie."¹ Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext Fülltext. Kerner behauptet weiterhin, Noten hätten die Eigenschaften von Atomen.²

_______
¹ KERNER, Peter; TEUBNER, Barbara: Die Elementarteilchen der Musik. Bd. 4.
  3. Aufl. Berlin : Springer Verlag, 1979, S. 45
² vergl. Ebd., S. 14

Zitate aus dem Internet werden in der Fuß- oder Endnote mit der URL nachgewiesen.

Beispiel:

LEITNER, Hans: Russisches Theater. URL http://www.rutheater/einleitung.pdf Stand: 16.11.2004, S. 12-14

Um den Umfang der Fußnoten zu reduzieren wird oft gänzlich auf Vollbelege verzichtet. Hier reicht die Angabe von Verfasser, Jahr/Titel/Titelstichwort und Seitenzahl. Diese Kurzbelege (ohne Seitenzahl) müssen dann allerdings im Inhaltverzeichnis den jeweiligen Quellenangaben vorausgehen (siehe nächster Abschnitt).

Kurzbelege im Text

Vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern verzichtet man meist auf Fußnoten und verankert den Kurzbeleg direkt im Text. Dieser kann die Jahreszahl oder eine andere eindeutige Bezeichnung (z.B. ein Wort aus dem Titel) beinhalten. Er wird durch runde Klammern vom Fließtext unterschieden. Zitiert man mehrere Werke eines Autors aus dem gleichen Veröffentlichungsjahr wird der Jahreszahl ein Buchstabe angehängt. So können die Einträge im Inhaltsverzeichnis unterschieden werden. Auch hier fasst et al. Nebenautoren zusammen.

Kurzbeleg im Fließtext:

(VERFASSER, JJJJ, S. x)
(VERFASSER, eindeutige Bezeichnung, S. x)

"Die Welt ist ein Notenschlüssel" (KERNER et al., 1979a, S.34)
"Die Welt ist ein Notenschlüssel" (KERNER et al., Elementarteilchen, S.34)

Den einzigen kompletten Nachweis des Werkes findet der Leser im Quellenverzeichnis (siehe Quellenverzeichnisse). Der Eintrag beginnt dort mit dem im Fließtext verwendeten Kurzbeleg (ohne Seitenzahl).

Vollbeleg im Inhaltsverzeichnis:

Kerner et al. 1979a
KERNER, Peter; TEUBNER, Barbara: Die Elementarteilchen der Musik. Berlin : Springer Verlag, 1979

Bildunterschriften

Auch Bilder und Grafiken müssen nachgewiesen werden. Solange die Anzahl der verwendeten Bilder keine "kritische Masse" erreicht hat, kann auf ein Abbildungsverzeichnis am Ende des Textes verzichtet werden. Jede Bildunterschrift sollte aber mindestens folgende Elemente enthalten um selbsterklärend zu sein. 

  • fortlaufende Nummer
  • Titel / Untertitel
  • evtl. Erklärung mit Legende (z.B. Aufschlüsselung von Abkürzungen)
  • Quelle mit Seitenangabe

Beispiel:

"Abb. 2: Robert Schumann Statue, Zwickau. - KERNER et al., 1979a, S. 4"

Durch die fortlaufende Nummer kann aus dem Fließtext zu einer Abbildung verwiesen werden.

Weiterführende Informationen unter:

Normenausschuss Bibliotheks- und Dokumentationswesen (NABD) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: Titelangaben von Dokumenten : deutsche Norm. Berlin : Beuth, 1984.

SESINK, Werner: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten ohne und mit PC. 4. Aufl. München : Oldenbourg, 1999.

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Alle verwendeten und im Text zitierten Quellen müssen am Ende der Arbeit im Quellenverzeichnis zusammengefasst werden.


Für Quellenangaben gibt es verschiedene Muster, die zwar in Details variieren aber in ihrem Grundaufbau gleich sind. Zu beachten sind Vollständigkeit, Lesbarkeit und Kontinuität. Hat man sich für ein Format entschieden, sollte man dieses für alle Quellen gleichsam benutzen.

Erster Anlaufpunkt für Formatfragen ist die Homepage des eigenen Fachbereichs. Hier finden sich oft Formvorschriften für wissenschaftliche Arbeiten.Ansonsten bietet die DIN 1505Orientierungshilfe:

  1. ein Urheber muss genannt werden, dies kann sein ein:
    • Verfasser: alle angeben, Nachname vorangestellt, Nachname in Großbuchstaben
    • Herausgeber: max. 3 angeben, sonst s.o.
    • Körperschaftliche Urheber
  2. zwingend Sachtitel (teils kursiv)
  3. optional Zusatz zum Sachtitel/Untertitel
  4. optional Bandangabe und Bandsachtitel
  5. zwingend Auflage (ab 2. Auflage)
  6. zwingend alle Erscheinungsvermerke:
    • Erscheinungsort (nur der erste)
    • Verlag (nur der erste)
    • Erscheinungsjahr¹

Der genaue Aufbau einer Quellenangabe ist abhängig von der Art der Quelle: unterschieden wird u.a. zwischen Monographien, Zeitschriften- und Zeitungsartikeln, Beiträgen aus Sammlungen und Internetressourcen.

Monographien

VERFASSER1, Vorname1; VERFASSERX, VornameX: Titel - Untertitel. Bd. x. x. Aufl. Ort : Verlag, JJJJ

Beispiel:

POST, Werner D.; SUCHER, Tanja; STEINER, Barbara (Hrsg.): Der Medienwegweiser - mit Medien unterwegs. Bd. 2. 3. Aufl. Köln : Westermann, 2005

Artikel aus Zeitschriften

VERFASSER1, Vorname1; VERFASSERX, VornameX: Titel - Untertitel. In: Zeitschrift Band (JJJJ), Heftnummer, S. x-x

Beispiel:

MEIER, Bernd: Musik ohne Grenzen - Wo spielt es sich am besten? In: Der Spiegel 36 (1957), Nr. 7, S. 13

Artikel aus Zeitungen

VERFASSER1, Vorname1; VERFASSERX, VornameX: Titel - Untertitel. In:  Zeitung (JJJJ-MM-TT), Nr. X, S. x-x

Beispiel:

MÜLLER, Klaus: Theaterhäuser. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung (2006-02-27), Nr. 15, S. 13

Beiträge aus Sammlungen

VERFASSER1, Vorname1; VERFASSERX, VornameX: Titel - Untertitel. In: VERFASSER1a, Vorname1a: Titel - Untertitel. x. Aufl. Ort : Verlag, JJJJ, S. x-x

Beispiel:

FISCHER, Josef: Kostümwelt. In: KALI, Tim: Theater in Wort und Bild. 2. Aufl. Berlin : Springer Verlag, 2004, S. 22-34

Internetquellen

Internetquellen sind problematische Ressourcen für das wissenschaftliche Arbeiten, da sie binnen kurzer Zeit ihren Inhalt und/oder Standort ändern können. Sie sollten nur mangels Alternativen zitiert werden. Eine einheitliche Norm zur Ansetzung von Internetquellen wurde noch nicht entwickelt. Zu empfehlen ist folgendes Format:

VERFASSER1, Vorname1: Titel - Untertitel. URL http://www.url.de Stand: TT.MM.JJJJ, ggf. S. x-x

Beispiel:
LEITNER, Hans: Russisches Theater. URL http://www.rutheater/einleitung.pdf Stand: 16.11.2004, S. 12-14

Wurden innerhalb des Fließtextes Zitate mit Kurzbelegen benutzt (siehe Zitatnachweis im Text) so werden diese im Inhaltsverzeichnis vor die jeweilige Quellenangabe gesetzt.

Nachweis im Text:
"Die Welt ist ein Notenschlüssel" (KERNER et al., 1979a, S.34)

Nachweis im Quellenverzeichnis:
Kerner et al. 1979a
KERNER, Peter; TEUBNER, Barbara: Die Elementarteilchen der Musik. Berlin : Springer Verlag, 1979



Weiterführende Informationen unter:

Bodendorf, F.: Zitierrichtlinie nach Din 1505. URL
http://www.wi2.uni-erlangen.de/download/wi2_zitierrichtlinie_nach_din_1505.pdf, Stand: 27.08.2007

Normenausschuss Bibliotheks- und Dokumentationswesen (NABD) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.: Titelangaben von Dokumenten : deutsche Norm. Berlin : Beuth, 1984.

¹ vgl. Universität Münster: Kurzreferenz Zitieren. Gekürzte URL
http://www.uni-muenster.de/[...]/materialschlichting/zitierregeln.pdf, Stand: 27.08.2007.

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Literaturempfehlungen (mit Link zum Volltext via "PRIMO")

Die folgenden Bücher beschäftigen sich unter anderem auch mit den Themen „Wissenschaftliches Arbeiten“ und „Hausarbeit schreiben“ und werden zur weiteren Lektüre empfohlen!

           

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Die Wikipedia ist ein Online-Lexikon, in dem jeder Nutzer einen Artikel erstellen oder an ihm mitarbeiten kann. Dies ist auf der einen Seite ein Vorteil (z.B. bei der Aktualität von Artikeln), andererseits ein Nachteil, da die fachliche Qualifikation und die Identität der Autoren nicht sichergestellt werden kann.

Auch wenn viele Artikel der Wikipedia eine hohe Qualität aufweisen, kann die Wikipedia aufgrund der genannten Argumente nicht als zitierfähige Quelle angesehen werden – es sei denn, es geht in der Hausarbeit um die Wikipedia selbst.

Es steht aber jedem frei, die Wikipedia aufgrund der einfachen und schnellen Zugänglichkeit für den Ersteinstieg in ein Thema zu nutzen und sich über die bei vielen Artikeln angegebene Literatur weiter in das Thema der Hausarbeit zu vertiefen.

Zitierfähigkeit anderer Internetseiten

Auch wenn es auf die Wikipedia nicht zutrifft – andere im Internet veröffentlichte Texte können durchaus zitierfähig sein. Für Studienanfänger empfiehlt es sich aber grundsätzlich, möglichst wenig aus im Internet veröffentlichten Texten zu zitieren, da die Qualität der Texte nicht immer sicher gestellt ist und von Studienanfängern auch nicht unbedingt beurteilt werden kann.

Wie von jeder Regel gibt es aber auch hier Ausnahmen: So gibt es mittlerweile einige wissenschaftliche Zeitschriften, die aus finanziellen Gründen ausschließlich im Internet publiziert werden. Auch einige Professoren sind dazu übergegangen, von ihnen verfasste Aufsätze nur auf ihrer eigenen Universitäts-Homepage zu veröffentlichen.

Wie diese im Internet veröffentlichte Texte in der Hausarbeit belegt werden, kannst du im

Zitierregel für Internet Quellen (URL´s) erfahren.
Direktlink

-> Link zum Zitierleitfaden <-

Wer eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, muss das Rad nicht neu erfinden. Auf Erkenntnisse, die bereits jemand anderes in Ihrem Fachgebiet erzielt hat, dürfen und sollen Sie zurückgreifen: Wissenschaft vollzieht sich kooperativ! Dabei ist die Rückverfolgbarkeit entscheidend. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der so- genannten „guten wissenschaftlichen Praxis“ und ermöglicht es den Lesern Ihrer Arbeit, sich mit densel- ben Quellen zu beschäftigen wie Sie. So können die Leser beurteilen, ob Sie aus den Quellen vertretbare Schlüsse gezogen haben und sie können Ihre Erkenntnisse selbst weiterentwickeln. 

Außerdem sind die Erkenntnisse anderer Autoren in der Regel urheberrechtlich geschützt. Wenn Sie sich auf diese Erkenntnisse stützen wollen, müssen Sie schon aus Gründen des Urheberrechts kenntlich ma- chen, von wem sie stammen und wo Sie sie gefunden haben.

Das oberste Gebot beim wissenschaftlichen Arbeiten ist die saubere Trennung zwischen der Leistung fremder Autoren und Ihrer eigenen. In diesem Leitfaden geht es deshalb um die folgenden Fragen:

  • Wie machen Sie nicht von Ihnen selbst stammende Gedanken, Erkenntnisse und Argumente im Text Ihrer Arbeit kenntlich?

  • Wie weisen Sie die Quellen in Ihrem Literaturverzeichnis nach?

  • Wie verknüpfen Sie das Zitat im Text mit dem Quellenverweis im Literaturverzeichnis?

  • Welche formalen Regeln zum Zitieren gibt es?

  • Welche Hilfsmittel beim Zitieren gibt es? 

 

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Wer in seiner Hausarbeit einen Artikel, eine Rezension oder eine Quelle, die auf einer Internet-Seite veröffentlicht worden ist, zitieren möchte, kann dies grundsätzlich genau so tun, als wenn das Dokument in gedruckter Form veröffentlicht wurde.

Zitierregel

Belege für Internet-Quellen sollten nach dieser Zitierregel in das Literaturverzeichnis der Hausarbeit aufgenommen werden:

Name, Vorname: Titel (Datum der Veröffentlichung), URL: (Stand: Datum des letzten Aufrufs).

Also zum Beispiel so: 

M. Schulze: Martin Luther (1993), in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, URL: http://www.bautz.de/bbkl/l/ luther_m.shtml (Stand: 13.05.2007).

Besonderheiten

a) Kein Datum auf der zitierten Seite

Sollte das Datum der Veröffentlichung bzw. der letzten Aktualisierung der Quelle nicht auf der zitierten Internet-Seite angezeigt werden, wird diese Angabe nicht weggelassen sondern durch den Hinweis “o. J.” (d. h. ohne Jahr) ersetzt.

b) Genauere Textstellenangabe ohne Seitenzahlen

Da es auf html-Seiten keine Seitenzahlen gibt, sollte man anhand von Zwischenüberschriften versuchen, eine Textstelle genauer zu lokalisieren. Dabei kann man – wenn vorhanden – auch einen Anker innerhalb des Dokuments benutzen und diesen an die URL anhängen. 

Erklärung: Mit Hilfe eines Ankers kann man innerhalb eines .html-Dokuments zu einer vom Herausgeber der Seite definierten Stelle oder einem bestimmten Abschnitt springen (auf dieser Seite zum Beispiel zum Inhaltsverzeichnis).
Die Verwendung von Ankern ist gerade bei längeren Texten sinnvoll, da das aufwendigere Suchen von bestimmten Textabschnitten entfällt. Weiterführende Informationen findet man bei de.selfhtml.org.
Anders sieht es bei zitierten .pdf-Dokumenten aus: Wenn in einem .pdf-Dokument Seitenzahlen verwendet werden, sollten diese beim Zitieren selbstverständlich mit angegeben werden.

c) Umbruch in der URL

Gerade bei langen Internet-Adressen (URLs) kann es vorkommen, dass die Adresse nur mit einem Umbruch (also in mehr als einer Zeile) dargestellt werden kann.
Anstelle des Einfügen eines Bindesstrichs – wie bei der Silbentrennung am Zeilenende – empfehlen wir, den Umbruch unmittelbar nach einem Slash („/“) einzufügen und die URL ohne weiteren Hinweis in der nächsten Zeile weiterzuführen.

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