Information zur Kündigung der Elsevier-Verträge durch die Charite, FU, HU und TU

News vom 30.06.2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit 2016 wird im Rahmen des DEAL-Projekts unter der Leitung des Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Horst Hippler, mit Elsevier über eine bundesweite Lizenz zur Nutzung der Zeitschriften des Verlags verhandelt. Zielsetzung der Verhandlungen des DEAL-Projekts ist, die Zeitschriftenportfolios der Verlage Elsevier, Springer/Nature und Wiley von einer subskriptionsbasierten Lizenzierung in eine publikationsbasierten Finanzierung zu überführen. Dabei soll ein faires Preismodell für die Bereitstellung der dann auf Open-Access-Basis zugänglichen Journals realisiert und der bisherigen Preisspirale entgegengewirkt werden.

Bedauerlicher Weise zeigt sich Elsevier bisher wenig verhandlungsbereit. Deshalb  haben zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen und Hochschulen ihre Verträge mit Elsevier gekündigt oder nicht verlängert, um den DEAL-Verhandlungen den notwendigen Nachdruck zu verleihen. Mehr als 70 wissenschaftliche Einrichtungen haben sich in 2016 zu diesem Schritt entschlossen. In den kommenden Wochen  werden mehr als 100 weitere Forschungseinrichtungen und Hochschulen folgen.

An dem in Berlin bis Ende 2017 laufenden Elsevier-Vertrag sind die FU Berlin, HU Berlin, TU Berlin und die Charité  Universitätsmedizin Berlin beteiligt. Um den Schulterschluss der Wissenschafts-Community zu intensivieren und um die  Ernsthaftigkeit zu verdeutlichen, mit der die deutsche Wissenschaft einen Wandel in der Finanzierungspraxis von wissenschaftlichen Publikationen fordert, haben die Präsidien der drei Universitäten und der Vorstand der Charité in enger Abstimmung beschlossen, den laufenden Vertrag mit Elsevier nicht zu verlängern und fristgerecht zum 30. September 2017 zu kündigen.

Sollte der Zugang zu den Elsevier-Zeitschriften ab Januar 2018 von Elsevier unterbunden werden und es bis dahin zu keinem Vertragsabschluss kommen, können die benötigten Dokumente über Fernleihe, Dokumentenlieferung oder Pay-per-View beschafft werden. Dies ist mit zusätzlichen organisatorischen Aufwänden verbunden, die wir zur Unterstützung der DEAL-Verhandlungen aber in Kauf zu nehmen bitten.

Selbstverständlich hoffen wir, dass möglichst bald eine neue vertragliche Regelung mit dem Verlag Elsevier erreicht werden kann und gehen davon aus, dass der Schritt der Berliner Universitäten und der Charité dazu beiträgt. 

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andrea Bör

Freie Universität Berlin
Kanzlerin

Kaiserswerther Str. 16-18
14195 Berlin
Deutschland

Tel.   +49 30 83873211
kanzlerin@fu-berlin.de

Kommentar von Cornelia Kahlfeld (Geowiss. Bibliothek / Bibl. Leitung):

Liebe Mitglieder des FB Geowissenschaften, liebe Kolleginnen und Kollegen,

es ist nun doch soweit, dass der Vertrag aller drei Berliner Universitäten und der Charité mit Elsevier zu Ende September 2017  fristgerecht gekündigt wird. Damit würde ab Januar 2018 auch ScienceDirect nicht mehr in gewohntem Umfang zur Verfügung stehen, und Volltexte liefern.

Bitte entnehmen Sie alle weiteren Informationen dem Brief der Kanzlerin der FU Frau Dr. Bör.

Auch wir als Geowissenschaftliche Bibliothek wissen noch nicht, was ab Januar auf uns zukommt. Wir arbeiten aber auch im Bibliothekssystem der FU an Lösungen, um auch von unserer Seite Ihre Literaturversorgung weiterhin gut zu unterstützen.

Viele Grüße aus der GeoBibliothek
3 von 23